Muträume

Shownotes

Wie bleiben Ehrenamtliche trotz Stress, Überlastung und Anfeindungen engagiert? Im Podcast „Unschlagbar“ stellen Kathrin Steger-Bordon, Referentin für Politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Domberg-Akademie Freising, und Veronika Stegmann, Systemische Beraterin und Bildungsreferentin beim Kreisbildungswerk Freising, das Pilotprojekt „Muträume“ vor. Das Christliche Bildungswerk Landshut ist ebenfalls an der Kooperation beteiligt.

Durch Supervision, Austausch und Begleitung sollen Ehrenamtliche gestärkt und vor Überforderung bewahrt werden. Ein Gespräch über Wertschätzung, Demokratie und die Zukunft des Ehrenamts.

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00:00:01: Unschlagbar!

00:00:03: Der Podcast für

00:00:04: Bildung, Glaube und Gesellschaft.

00:00:33: Und so fühlen sich immer mehr Freiwillige bei ihren Aufgaben schlecht betreut und beklagen, dass ihre Arbeit zu wenig geschätzt wird.

00:00:42: Die Domberg-Akademie des Kreisbildungswerk Freising und das gristliche Bildungswerk Landshut haben deshalb ein Pilotprojekt gestartet, das Ehrenamtlichen dabei helfen soll mit Konflikten und Belastungen besser klarzukommen.

00:00:58: Muträume, Supervision und Austausch für ehrenamtlich Engagierte So heißt das Pilotprojekt.

00:01:04: Und wir stellen es Ihnen in diesem Podcast vor!

00:01:08: Ich bin Paul Hasel und spreche jetzt über das Angebot Muträume mit meinen Gästen hier im MKR-Studio.

00:01:15: Bei mir ist Veronica Stegmann, sie ist systemische Beraterin und Bildungsreferentin im Kreisbildungswerk Freising Und auch bei mir im Studio ist Katrin Steger-Bordon.

00:01:26: Sie ist Referentin für politische Bildung, Umwelt und Nachhaltigkeit bei der Domberg Akademie Freisingen.

00:01:34: Frau Stegmann, Frau Steger-Borden herzlich willkommen in dem Podcast.

00:01:37: unschlagbar!

00:01:38: Hallo Grüßchen.

00:01:40: Frau Steger-Bordan.

00:01:41: was genau verbirgt sich denn nun hinter dem Projekt Muträume?

00:01:46: Wie kam es zu dieser Idee?

00:01:48: Es war so, dass wir in einem Workshop in Freising mit Ehrenamtlichen zusammen saßen und ich da tatsächlich in einer Vorstellungsrunde.

00:01:56: Wie geht es mir gerade?

00:01:58: Das Gefühl hatte das ganz viel Belastung im Raum ist, dass die ehrenamtliche tatsächlich sehr belastet sind.

00:02:04: Das waren ehrenamtliche, die sich im Bereich Umwelt- und Klima engagieren Und die haben berichtet von hohen Belastungen, von auch Zukunftsangst bei dem Thema und auch von verstärkten Anfeindungen.

00:02:16: Und ich habe mir dann gedacht, na ja vielleicht ist das nur ein erster Eindruck und hab dann versucht noch mal bisschen tiefer zu bohren.

00:02:21: Und eben zu schauen lässt sich das auch in Umfragen oder so bestätigen.

00:02:27: Da hat das Deutsche Freiwilligens-Survey, im Jahr für den Zweifel von zwei Tausend fünfundzwanzig herausgefunden dass zwanzig Prozent der Engagierten ihr Engagement teilweise als belastend empfinden.

00:02:39: Und ich habe mich dann erinnert.

00:02:40: Zwei Tausend Fünfzehn, sechzehn haben wir mit Engagierten im Bereich Flucht und Asyl Supervisionen durchgeführt.

00:02:47: Haben das damals mit der Ärztlyezöse München und Freising umgesetzt und haben da sehr gute Erfahrungen gemacht, um diese Belastung in aufzufangen?

00:02:55: Und davon ausgehend haben wir die Muträume entwickelt und haben uns gedacht Wir brauchen eine Unterstützung für die Ehrenamtlichen damit sie mit ihren Belastungen besser umgehen können.

00:03:06: Sind das ehrenamtliche aus dem kirchlichen Bereich oder geht es da auch noch darüber hinaus?

00:03:11: Es sind Engagierte aus dem Bereich hauptsächlich Umwelt, Nachhaltigkeit und Demokratie.

00:03:17: Und es spielt keine Rolle ob sie kirchlich engagiert sind oder darüber hinaus.

00:03:20: wir haben aber auch einige Kirchlich Engagierter jetzt in den Gruppen.

00:03:24: Das Problem der Anfeindungen das ist ja schon ein ernsthaftes Problem.

00:03:29: Spielt dann auch eine wichtige Rolle bei den Muträumen.

00:03:33: Also in der Ausschreibung haben wir das so thematisiert, dass die Menschen, die sowas erleben sich dort auch aufgehoben fühlen können.

00:03:41: Ob das jetzt konkret in den Gruppen eine Rolle spielt?

00:03:44: Das kann wahrscheinlich Frau Stiegmann besser berichten, die ja die Gruppen leitet.

00:03:48: Wir haben schon angedeutet, die Herausforderungen heute sind anders für Ehrenamtliche.

00:03:53: vielleicht können wir das nochmal ein bisschen konkretisieren.

00:03:56: was ist da anders als früher?

00:03:58: Ich kann nicht unbedingt belegen, ob es tatsächlich anders ist als früher.

00:04:03: Aber eben mein Eindruck ist der in den Gesprächen mit Ehrenamtlichen das in unserer schnelllebigen Zeit zum einen das Engagement anstrengender wird und zum anderen aber auch viele in ihrem Engagement, wenn sie sich für eine bestimmte Sache engagieren.

00:04:18: Damit andere verärgern und eben Widerstand bekommen.

00:04:23: Also ich sage jetzt ein Beispiel, wenn ich mich im Bereich Demokratie engagiere und vielleicht mich für Geflüchtete einsetze, für Gleichheit dann kommt es öfter dazu dass vielleicht Freunde Bekannte sich abwenden und sagen das damit will ich nichts mehr zu tun haben.

00:04:40: Das ist so der Hintergrund.

00:04:42: Stichwort Stress.

00:04:43: auch bei Ehrenamtlichen.

00:04:44: kann das auch daran liegen, dass jetzt zum Beispiel gerade in der Kirche ja die Zahl der Hauptamtlichen zurückgeht und wir wissen es ja in Zukunft auch weiter zurückgehen wird.

00:04:53: Dass da auch eine Überforderung einsetzt?

00:04:56: Bestimmt bestimmt genau!

00:04:58: Wir haben auch das Gefühl, dass ehrenamtliche oft schlecht begleitet werden im Ehrenamten, dass sie so ein bisschen Kämpferinnen und Kämpfe allein auf weiter Flur sind.

00:05:07: Und wenn man das so ein bisschen vergleicht mit der Arbeitswelt in sozialen Berufen, ist es eigentlich Standard dass Menschen Supervision erhalten.

00:05:14: Dass sie sich austauschen können mit anderen über ihre Belastungen und im Ehrenamt, das ja oft weit hinausgeht also über die Belastung, die ich jetzt im beruflichen Alltag hab wo auch eine Ende habe, wo ich einen Feierabend habe.

00:05:27: Im Ehrenamten habe ich das alles nicht.

00:05:30: sind diese Menschen mit ihren Überforderungen dann allein.

00:05:34: Und oft bleibt dann vielleicht nur die Exit-Strategie, also quasi das Aufhören mit dem Ehrenamt und das kann natürlich nicht unser Ziel sein – wir brauchen das Ehrenamtsgangs dringend für die Zivilgesellschaft?

00:05:45: Wie war das dann konkret als klar war?

00:05:46: Die Idee ist da und Sie möchten das umsetzen wie es weiter vorgegangen war in der Domberg Akademie.

00:05:54: Da haben wir jetzt einen guten Partner mit dem Kreisbildungswerk Freising, also wie sind sie da sozusagen strategisch vorgegangen?

00:06:02: Zuerst mussten wir gucken, wie können wir das finanzieren.

00:06:05: Wir haben uns auf die Suche gemacht nach FördergeldgeberInnen und haben eine Fördung erhalten von der Zukunftsstiftung Ehrenamt und den innovativen Projekten KEP München und Freising.

00:06:17: Und haben versucht Kooperationen, Kooperationspartner vor Ort zu suchen und alle Kreisbildungswerke der Ärzt-Diozüsie München angeschrieben.

00:06:26: Sieht ihr da einen Bedarf bei euch vor Ort?

00:06:28: Habt ihr Lust zu kooperieren?

00:06:30: und gemeldet haben sich das Kreis Bildungswerk Freising und das Kreisbildungswerk in Landshut.

00:06:35: Und genau, dann sind wir auf die Suche gegangen mit welchen SupervisorInnen können wir das eigentlich umsetzen?

00:06:41: Wer kann die Ideen, die wir haben da am besten transportieren und sind so auf Veronica Stegmann und Claudia Bauer gekommen, die es jetzt umsetzten an beiden Standorten?

00:06:49: Frau Stegman nicht ohne Grund ist Frau Steger-Bordon auf sie gekommen weil Sie auch eine Zusatzausbildung haben in diesem Bereich.

00:06:57: Supervisorin.

00:06:59: Wie sieht sowas aus?

00:07:00: Was lernt man da?

00:07:02: Also, zunächst mal bin ich vor allem systemische Beraterin.

00:07:05: Das ist die Grundlage um Supervision zu machen und ich bin auch noch Supervisor in der Ausbildung was sich jetzt gerade auch praktisch anbietet weil ich dadurch permanent selbst in Supervision bin.

00:07:16: Was lernte man da also?

00:07:17: Man lernt für Gruppen einen Raum zu schaffen, der sicher ist ein Raum zu schaffen wo die Leute sich trauen von ihren Themen, von ihren Anliegen zu erzählen.

00:07:29: Man lernt die Gespräche zu moderieren, aber vor allem eigentlich Perspektivwechsel zu ermöglichen.

00:07:37: Wenn Menschen Stress haben dann haben sie oft ein ganz enges Sichtfeld und sehen auf keine Lösungen und wir bringen eben die Qualifikation mit um den Leuten eine Sichtfelderöffnung praktisch zu machen.

00:07:51: also Wir eröffnen Perspektiven und dadurch erkennen die Teilnehmer plötzlich Handlungsmöglichkeiten, die ihnen vorher so gar nicht bewusst waren.

00:08:00: Die Frau Steger-Bordon hat das Beispiel Flüchtlingskrise, zwanzig vierzehn, zwanzig fünfzehn genannt damals mit der Supervision.

00:08:07: haben Sie ähnliche Erfahrungen auch schon davor gemacht?

00:08:09: Mit Ehrenamtlichen in diesem Bereich?

00:08:12: Nicht als Supervisorin aber ich habe in meinen beruflichen Stationen immer mit Ehrenamten gearbeitet hab sogar in meiner Promotion mit ehrenamtlichen zu tun gehabt.

00:08:24: Und dadurch ist mir das sehr gut vertraut, ich bin sogar Ehrenamtsmanagerin auch und kenne so ein bisschen die Problematiken, auch Probleme, die sich häufig ergeben zum Beispiel in der Zusammenarbeit von Hauptamt- und Ehrenamt.

00:08:36: Auch die Überlastungsproblematik und ich beobachte auch seit Jahren wie sich Ehrenabend verändert also dass sich immer weniger Leute langfristig engagieren möchten sondern die meisten eigentlich projektbezogen arbeiten Und dadurch liegen die Aufgaben praktisch bei immer weniger Leuten.

00:08:55: Also, die wirklich sagen ich übernehme jetzt zum Beispiel eine Vorstandstätigkeit und solche Aufgaben müssen aber auch erfüllt werden damit Dinge eben nicht nur punktuell passieren sondern langfristig laufen können.

00:09:09: Dann kam auch wahrscheinlich der Anruf von Frau Stecker-Bordon bei Ihnen.

00:09:13: Und wie ging es dann einfach weiter?

00:09:14: Wie konzipiert man so was bis zum Sommer mehrere Abende, Gruppengröße

00:09:20: etc.?

00:09:22: Wie gehen Sie das an?

00:09:24: Also zunächst mal haben wir uns überlegt, wie können die Teilnehmenden gewinnen?

00:09:29: und da haben wir natürlich mit Kooperationspartnern uns zusammengetan also unter anderem im Treffpunkt Erdenamt um das auch bekannt zu machen.

00:09:37: Dann gab es ein Informationsabend, einen Landshut und auch in Freising.

00:09:44: Wo wir einfach das mal vorgestellt haben Und dann hat sich rauskristallisiert dass es mehrere Gruppen werden und die Idee war dass wir uns im vierwochen Rhythmus treffen weil in erster Linie machen die Leute ja eher Ehrenamt also die Haben jetzt auch nicht Zeit jede Woche mit uns zu arbeiten.

00:10:00: Das hat sich jetzt auch als ganz positiv raus gestellt.

00:10:04: Ja, die Termine sind angepasst an die Bedürfnisse der Teilnehmenden.

00:10:10: Also es gibt Vormittragsveranstaltungen aber auch Abendsveranstaltung.

00:10:14: Die Dauer ist immer zwei Stunden und was dann dort passiert?

00:10:17: Es orientiert sich immer an den Bedürfenissen der Teilnehmern.

00:10:22: also es gibt am Anfang immer eine Rückschau.

00:10:25: Was haben die Leute erlebt in den letzten vier Wochen?

00:10:29: ist nach der letzten Sitzung bei denen irgendwas aufgeploppt, was sie gerne rückmelden möchten.

00:10:35: Haben Sie für ihr Thema vielleicht schon eine Lösung gefunden oder ist etwas Neues gekommen?

00:10:39: Und dann sammeln wir erst mal, was es so für Anliegen gibt und dann entscheidet die Gruppe, was Sie jetzt gerne vorrangig behandeln möchten.

00:10:49: Dann ist es in der Regel so dass halt einer eben seinen Anliegern sein Fall einbringt und das der Gruppe schildert um was es genau geht und welche Unterstützung für ihn oder sie gut wäre.

00:11:01: Das heißt, der oder die Teilnehmende profitiert nicht nur von Ihnen als Supervisorin sondern auch von der Resonanz aus der Gruppe?

00:11:08: Auf

00:11:09: jeden Fall!

00:11:09: Und vielleicht kann das noch eine Stärkung bewirken dass ich zunächst als allererstes ja auch mal sehe Ich bin nicht allein mit diesem Problem.

00:11:16: Mhm auf jeden Fall.

00:11:17: also wir haben festgestellt Der Austausch ist ganz essentiell für die Gruppe und das unterstützen wir auch in dem Format.

00:11:25: Das ist so ein bisschen anders wie wenn man eine Teamsupervision hat, weil die Gruppen sind sehr heterogehen.

00:11:29: Die kennen sich oftmals vorher gar nicht.

00:11:31: die Teilnehmenden, also einzelnen vielleicht untereinander.

00:11:34: D.h.,

00:11:34: sie lernen sich da kennen und sind interessiert dran.

00:11:36: was machen die anderen?

00:11:37: Welche Probleme treten dort auf?

00:11:39: Habe ich vielleicht ein ähnliches Thema... Genau!

00:11:41: Also der Austausch ist sehr wertvoll.

00:11:44: Und liege ich da richtig vor Stegmann, wenn ich vermute dass ich eher Frauen auf so einen Format einlassen.

00:11:50: Es sind, also für die Gruppe.

00:11:52: von der Claudia Bauer kann ich jetzt gerade nicht sprechen.

00:11:55: Da weiß ich es nicht genau.

00:11:57: Ich weiß aber dass auch da Männer dabei sind.

00:12:01: Ich würde sagen das ist nicht Fifty-Fifty, sondern ein bisschen mehr Frauen.

00:12:05: Gut, man kann das jetzt nicht sagen, dass es nur Frauen wären.

00:12:08: auf jeden Fall auch Männer sind bereit sich helfen zu lassen.

00:12:13: Stichwort Hilfe?

00:12:14: Ist es wirklich nur in Anführungsstrichen eine Hilfe oder ist es mehr?

00:12:20: Ist es Entlastung, Qualifizierung?

00:12:23: Um was geht's insgesamt?

00:12:26: Ich würde sagen ist es all das.

00:12:27: Also erst mal ist wahrscheinlich die Entlastungen spürbar dann ist es so dass es ganz oft eine Entscheidungshilfe ist.

00:12:37: also die Leute kommen mit einem konkreten Anliegen Und nach der Fallbearbeitung wissen sie, was ihre nächsten Schritte sind um mit dem Problem besser umgehen zu können.

00:12:47: Um sich vielleicht Unterstützung zu holen und vielleicht ihre Rolle besser zu klären, um vielleicht zu sagen ich muss Aufgaben abgeben.

00:12:55: Und dann ist aber glaube ich schon auch ein großer Lerneffekt dabei weil wir eben so ganz oft diesen Perspektivwechsel haben oder eben besondere Methoden zur Anwendung kommen und gerade zum Beispiel das Visualisieren von Fällen.

00:13:12: Das löst immer so ein Aha-Effekt aus, also wie wertvoll allein das schon ist wenn man mal einen Bodenbild macht oder eine Aufstellung macht und man Dinge auf dem Flipchart skizziert einfach mal so das innere Erleben der Leute wirklich nach außen sichtbar macht.

00:13:28: Wie viele Teilnehmende haben Sie jetzt von Frühjahr bis Sommer die sich darauf eingelassen haben?

00:13:33: In Freising sind es achtzehn und in Landshutzen glaube ich neun zehn Ja.

00:13:40: Wir haben es eigentlich schon angesprochen, aber doch noch mal inwieweit stärkt das jetzt des Ehrenamts für die Kirche, für die Gesellschaft?

00:13:48: Das würden Sie sagen zunächst einmal wahrscheinlich dadurch dass doch Menschen am Ball bleiben und sich nicht entmutigen lassen.

00:13:56: Es kommen schon Leute, die haden mit ihrem Ehrenamt weil sie in der totalen Überlastung sind, weil sie keine Wertschätzung erfahren und vielleicht mit dem Gedanken spielen alles hinzuwerfen.

00:14:09: Hier setzt das Projekt auf jeden Fall an, dass sie eine direkte Entlastung spüren und dann wieder Wege erkennen wie so weitermachen können.

00:14:19: Wie sehen Sie das Frau Steger-Bordon auch jetzt vom Ansatz her von der Konzeption hier in die Fernstärken diese Muträume langfristig?

00:14:27: Das Ehrenamt auch damit die Gesellschaft.

00:14:31: Für mich ist es ein wichtiger Baustein der Demokratie, dass wir eine funktionierende starke Zivilgesellschaft haben.

00:14:39: Und ich würde auch sagen das ist ein Grund diese Muträume ins Leben zu rufen.

00:14:43: in Zeiten, in denen zumindest mir so geht, dass sich das Gefühl hat die Demokratie ist angegriffen brauchen wir vielleicht gerade dieses Standbein nochmal.

00:14:53: umso mehr, ob jetzt die Muträume so wie sie jetzt in der Pilotphase stattfinden schon den entscheidenden Beitrag leisten.

00:15:00: Das weiß ich natürlich nicht aber der Gedanke ist er das natürlich auch auszuweiten und vielleicht ehrenamtliche Überfreising und Landshut hinaus zu stärken.

00:15:11: Und dann hoffe ich dass es ein Beitrag dazu ist eben das Engagement und die Zivilgesellschaft und damit die Demokratie zu stärkern

00:15:18: möchte noch mal nachhaken zuvor hin zum Ablauf auf dem Ziele der Muträume.

00:15:24: Wo würden Sie denn sagen, sind die Grenzen der Supervision?

00:15:27: Also was können sie nicht leisten?

00:15:30: Was wir nicht leisten können, sind natürlich alle Arten von therapeutischen Anliegen, die wir jetzt aber in diesen Gruppen tatsächlich auch nicht haben.

00:15:40: Aber würden wir erleben, dass jemand wirklich in einer sehr krisenhaften Situation ist?

00:15:46: Dann wäre es unsere Aufgabe dann ein entsprechender Helfende stellen zu verweisen.

00:15:52: Verstehe ich mir das ja im Prinzip Halbzeit.

00:15:54: Es gab schon Veranstaltungen und es gibt dann bis zum Sommer weitere.

00:16:00: Was sind so?

00:16:00: die Resonanz der Teilnehmenden?

00:16:04: Also die Resonanz ist wirklich sehr positiv, weil die Teilnehmenden das als unmittelbare Wertschätzung empfinden.

00:16:11: Dass ihnen auch jemand mal die ungeteilte Aufmerksamkeit schenkt und zuhört und sie einen Raum bekommen über das was Sie machen zu sprechen und das was sie bewegt.

00:16:21: Von daher gibt es auch schon die Fragen nach der Verstetigung.

00:16:26: Es läuft ja jetzt bis Juli und das wäre natürlich schön wenn's dann weitergehen könnte.

00:16:30: Aber wir machen ja in jeder Sitzung eine Rückschau.

00:16:33: Wie ist es Ihnen ergangen in den letzten vier Wochen?

00:16:36: Was hat sich getan?

00:16:37: und das ist unheimlich schön, was man dann eben hört also von... Das hat mir die Augen geöffnet, was wir gemacht haben.

00:16:46: ich war einer Lage für mich ne gute Entscheidung zu treffen.

00:16:51: Ich fühl mich deutlich entlastet.

00:16:53: Ja also da kommen wirklich sehr positive Rückmeldungen.

00:16:58: Also der Ermutigung Das merken Sie.

00:17:01: Ja,

00:17:01: auf jeden Fall und auch die Gruppen haben sich gut gefunden.

00:17:05: also da sind neue Kontakte entstanden die sind in einem Austausch und ich kann mir auch gut vorstellen selbst wenn es jetzt im Juli erstmal endet dass sie sich weiterhin dann im Austausche befinden.

00:17:17: das ist ja Frau Steger-Bordon.

00:17:18: jetzt wir haben uns gehört.

00:17:19: erst einmal ein Pilotprojekt der Kreisbildungswerke in Freisingen und Landshut.

00:17:25: stichwort Verstätigung hat Frau Stegmann auch schon genannt.

00:17:29: Könnten Sie sich das vorstellen tatsächlich, dass es dann weitergeht vielleicht auch mal fürs ganze Erzbistum?

00:17:36: Das würden wir uns sehr wünschen.

00:17:37: Wenn das weitergehen könnte.

00:17:38: für uns an erster Stelle steht eine ausführliche Evaluation.

00:17:42: also wir wollen wissen wen haben wir erreicht?

00:17:45: auch was haben wir erreichen?

00:17:46: wie ging's den Teilnehmern damit?

00:17:47: wie gings auch den Leiterinnen der Gruppen damit Um zu sehen, ist es das richtige Format?

00:17:53: Müssen wir kleine Anpassungen machen?

00:17:55: Worauf müssen wir achten?

00:17:56: und dann haben wir unbedingt das Ziel, das auch zu verstetigen.

00:17:59: Die Frage ist natürlich die der Finanzierung.

00:18:01: da müssen wir uns wieder auf den Wegmachen und viele Gespräche führen.

00:18:05: Das heißt ich kann jetzt nicht versprechen dass es gleich im nächsten halben Jahr dann weitergeht aber wir werden definitiv versuchen des zwanzig siebenundzwanzig noch mal umzusetzen Entweder noch mal als zweite Pilotphase oder vielleicht schon langfristig verstetigt.

00:18:21: Das wäre natürlich optimal.

00:18:23: Versteht man dieses Halbzeit?

00:18:24: Um den Blick in die Zukunft zu werfen, was würden Sie sagen nach der letzten Supervisionsrunde im Juli?

00:18:32: Was sollte dafür den einzelnen Teilnehmenden erreicht sein?

00:18:37: Was würden sie sich wünschen?

00:18:38: Na ich denke jeder Einzelne sollte eine gute Erfahrung gemacht haben mit dem Austausch in der Gruppe und für seine eigenen Anliegen was mitnehmen.

00:18:50: Jeder sollte klarer sein, in seiner Rolle klarer seien, indem etwas gehört zu meinen Aufgaben, was nicht weil das einfach unheimlich wichtig ist dass man gerade als Ehrenamtlicher auch seine Grenzen schützt war.

00:19:04: sonst kommt man immer in die Überforderung Für jeden einzelnen möchten wir auch erreicht haben, dass anerkannt wird wie wichtig die Wertschätzung ist.

00:19:16: Also wir machen ja eben begleitend zu den Gruppen auch Öffentlichkeitsarbeit und ich glaube was jeder Einzelne ganz unabhängig jetzt von diesem Projekt tun kann um Ehrenamtliche zu stärken ist das man des Engagement wertschätzt.

00:19:32: Und das ist ehrlich gesagt schon ein bisschen erschütternd, was uns die Ehrenamtlichen da berichten.

00:19:38: Es sind zum Teil sehr ... hm, sagen wir

00:19:42: mal

00:19:42: demütige Leute dabei, die wirklich sagen ne ich stell mich da ganz in den Dienst der Sache und ich brauche jetzt nicht die große Anerkennung des Große Dankeschöns.

00:19:53: aber wenn man fünfundzwanzig Jahre im Dienst ist irgendwo und dann merkt keiner dass man sein Amt abgibt oder oder das Amt, dass man ausgeführt hat wird irgendwie falsch bezeichnet.

00:20:04: zum Abschied.

00:20:06: Das tut schon weh und ganz wichtig wäre mir auch auf Seiten der Kirche, dass Ehrenamtsmanagement irgendwie strukturell verankert wird.

00:20:18: es muss jemanden geben, der sieht wir haben hier Leute die sich für uns ehrenamtlich richtig krumm machen.

00:20:24: Also gerade weil die pasturalen Räume größer werden?

00:20:28: Ja Und es wird so viel auf ehrenamtliche Ausgelagert.

00:20:32: Immer mehr, deshalb gerät's ja auch immer unter Druck.

00:20:35: Es muss die Strukturen geben, dass man sagt wir sehen was sie tun erstmal und vielleicht spricht man sich auch mal an und man sagt einfach mal Danke oder man für den Geburtstagskalender gratuliert oder ganz normale zwischenmenschliche Dinge selbst daran mangelt's manchmal Und das führt wirklich dazu, dass die Leute mehr und mehr ausbrennen oder sich fragen was mache ich hier eigentlich?

00:21:03: Und da kann jeder Einzelne anfangen.

00:21:06: Weil es muss jetzt nicht unbedingt immer praktisch die übergeordnete Stelle sein, die das macht sondern auch als einfacher Kirchgänger kann man sich bei den Ehrenamtlichen bedanken.

00:21:16: Also Wertschätzung für die Arbeit unserer Ehrenabendlichen in Kirche und Gesellschaft ist ein ganz großes Zukunftszema, das nehmen wir auf jeden Fall mit aus diesem Podcast heute.

00:21:28: Frau Stegmann, Frau Steger-Bordung ganz herzlichen Dank, dass Sie uns das Pilotprojekt Muträume Supervision für Ehrenamtliche heute vorgestellt haben.

00:21:36: Herzlichen Dank!

00:21:37: Sehr gerne, danke!

00:21:37: Gerne, Danke, dass wir da sein durften.

00:21:40: Ich verabschiede mich für dieses mal am Mikrofon wahr Paul Hasel?

00:21:45: Das war Unschlagbar.

00:21:47: der Podcast für

00:21:48: Bildung Glaube

00:21:48: und Gesellschaft

00:21:50: eine Produktion des MKR

00:21:51: im Auftrag

00:21:52: des Söldmichelsbund.

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