Das Wasser der Alpen
Shownotes
Wertschöpfung – das ist in diesem Jahr das Kernthema des Kreisbildungswerks (KBW) Bad-Tölz Wolfratshausen. Passend dazu zeigt Bernd Ritschel Anfang März eine neue Version seines Foto-Vortrags "Das Wasser der Alpen". Der bekannte Alpinist und Fotograf nimmt uns mit zu eindrucksvollen Bergseen, Wasserfällen und Flüssen und berichtet dabei auch von seinen Erlebnissen auf seinen zahlreichen Wanderungen und Bergtouren, die er in den vergangenen Jahrzehnten in den Alpen unternommen hat.
In diesem Podcast erzählt Bernd Ritschel, wie seine Liebe und Leidenschaft für die Natur des Alpenraums entstanden ist und gibt Tipps, wo wir jetzt im Winter in den Alpen besonders beeindruckende Naturschauspiele mit dem Element Wasser erleben können. Wir sprechen aber auch über das Schmelzen der Gletscher und dem daraus resultierenden Wassermangel, der zur Herausforderung für Bergbauern und Wasserkraftwerke geworden ist. Und natürlich machen wir Appetit auf Bernd Ritschels Vortrag "Das Wasser der Alpen" am 07. März im Kloster Benediktbeuern. Mehr Informationen zum Vortrag gibt es auf der Homepage des KBW Bad Tölz-Wolfratshausen.
Transkript anzeigen
00:00:01: Und schlagbar.
00:00:03: Der Podcast für Bildung, Glaube und Gesellschaft.
00:00:12: Wertschöpfung.
00:00:13: Das ist in diesem Jahr das Kernthema des Kreisbildungswerks Barthölz-Wolfratshausen.
00:00:19: Passend dazu zeigt Bernd Ritschel Anfang März im Kloster Benedikt-Beuern eine neue Version seines Fotovortrags, das Wasser der Alpen.
00:00:29: Da soll es vor allem um die Schönheit, die Kraft und die Vielfalt des Wassers in den Alpen gehen.
00:00:35: Der bekannte Alpinist und Fotograf nimmt uns mit zu zauberhaften Bergsehen, Wasserfällen und
00:00:41: Flüssen
00:00:42: und erzählt dabei auch von seinen Erlebnissen auf seinen zahlreichen Wanderungen und Bergtouren, die er in den vergangenen Jahrzehnten in den Alpen unternommen hat.
00:00:52: Wir wollen ihn im Podcast unschlagbar schon mal ein wenig Appetit auf den Vortrag das Wasser der Alpen machen.
00:00:59: und dazu ist jetzt Bernd Ritzl, mein Gast im MKR-Studio.
00:01:04: Herr Ritschel, herzlich willkommen bei uns im Podcast unschlagbar.
00:01:07: Vielen, vielen Dank, dass ich hier sein darf.
00:01:10: Herr Ritschel, woher kommt eigentlich Ihre Liebe, Ihre Leidenschaft für die Alpen, für diesen Naturraum?
00:01:16: Wie hat das alles angefangen?
00:01:18: Schon als Junge Bursche ging das los.
00:01:21: Die Eltern eines guten Freundes haben mich mittels Elztal genommen jedes Jahr im September, Ende der Sommerferien.
00:01:26: Und wir sind gemeinsam wandern gegangen.
00:01:28: Irgendwann mit dreizehn kam ein erster richtiger Berg, ein dreitausender zu einen nördsteiler Alpen, die Wildspitze.
00:01:34: Und dann sind wir relativ spontan in den Alpenvereinen eingetreten.
00:01:38: Dort durch die Jugend, die Jungmenschaft gegangen und es hat sich dann rasant entwickelt.
00:01:43: Und es gab kein links, kein rechts.
00:01:46: Ich spürte relativ bald, das ist mein Leben.
00:01:49: Und vor allem konnten Sie Ihren Beruf dann damit verbinden, den Beruf des Fotografen mit Ihrer Leidenschaft für die Berge.
00:01:56: Das hat sich entwickelt.
00:01:58: Ich bin ja nach der Fachoberschule, habe eine ganz normale Ausbildung gemacht, Maschinenbauer.
00:02:02: Und das war auch gut so.
00:02:03: Da hat mich mein Vater dazu nicht gedrängt, aber einfach motiviert und eher lag richtig.
00:02:09: Es hat mir in dem Leben lang geholfen, eine gute Berufsausbildung zu haben.
00:02:12: Und dann kamen sehr schnell Expeditionen.
00:02:15: Wir wollten auf Hoheberge, sechstausender, siebentausender, und haben Gott sei Dank gute Sponsoren gefunden.
00:02:21: Aber die wollten Bilder.
00:02:22: Und das war der Schritt hin zur ersten Kamera.
00:02:25: Das war Anfang der achtziger Jahre.
00:02:27: Und dann kam ein zweites Objektiv dazu.
00:02:29: Irgendwann ein drittes.
00:02:30: Und auf jeder Reise habe ich mehr fotografiert.
00:02:33: Und irgendwann habe ich erkannt Hoppala.
00:02:35: Also nicht nur die Sponsoren sind glücklich über gute Bilder, sondern da kann man tatsächlich über Repartagen und Vorträge auch noch Geld verdienen und sich die nächste Reise finanzieren.
00:02:45: Und ich glaube, es kam dann auch noch das große Glück bei Ihnen hinzu, dass Sie eine Partnerin, eine Frau an Ihrer Seite haben, die diesen Weg auch mitgegangen ist.
00:02:54: Die mir den Freiraum geschenkt hat, die Freiheit, mein Leben so zu leben.
00:02:59: Und das ist das größte Geschenk, was mein Leben noch haben kann.
00:03:02: Da gehört auch ganz viel Vertrauen dann dazu.
00:03:04: Vertrauen in diesen, zum Teil ja auch, durch das verrückten Wahnsinn, den wir da gelebt haben in jungen Jahren an schwierigen Bergen.
00:03:12: Und sie hat natürlich auch im Umfeld viele Unfälle und Unfälle mitbekommen.
00:03:16: Und trotzdem war sie immer in einem ganz positiven Glauben, dass es passen wird.
00:03:21: Unglück, Unfälle, was ist da passiert?
00:03:25: Wenn ich jetzt so frei raus und ehrlich und direkt das formulieren darf, was meine Jugend, Klicke, wir waren so acht oder zehn Leute, lebt die Hälfte nicht mehr.
00:03:34: Lawinensteinschlag abgestürzt.
00:03:37: Das war bitter, schon in jungen Jahren solche Erfahrungen zu machen.
00:03:41: Das hat weh getan.
00:03:42: Es hat traurig gemacht, aber tatsächlich war es so.
00:03:45: die Leidenschaft fürs Bergsteigen, fürs Klettern, für hohe Berge, die war dann doch wieder stärker.
00:03:50: Und ein paar Wochen, ein paar Monate später sind wir wieder losgezogen.
00:03:54: Also auch eine Sehnsucht einfach?
00:03:56: Ja, totale Sehnsucht.
00:03:58: Bislang sind Neunzig Fernreisen, daraus geworden in fast alle Gebirge dieser Erde, schreiben Sie auf Ihrer Homepage.
00:04:06: Gibt es eine Unternehmung, von der Sie bis heute noch sehren, wo Sie da gerne auch zurück schauen, wo Sie sagen, wow, allein dafür hat es sich schon gelohnt?
00:04:15: Ja, gibt es tatsächlich.
00:04:17: Und das ist ein ganz, was heißt, ungewöhnlicher schwieriger Berg, der Mount Hunter in Alaska.
00:04:24: Gegenüber von Mount McKinley ist viel niedriger.
00:04:26: Es hat natürlich nicht den Stellenwert von Mount McKinley, gilt aber als der schwierigste Berg in Nordamerika.
00:04:33: Und drei junge Männer, wir haben es tatsächlich geschafft, da hochzuklettern, da hochzukommen.
00:04:38: Und es war in allen Belangen so außergewöhnlich von den Temperaturen, von den Störmen, von der Schwierigkeit, von den Abenteuer und Lawinen, die unser Lager zerstört haben.
00:04:49: Und wir sind halt wieder runtergekommen, waren unfassbar glücklich, wussten aber auch, jetzt hier in diesen Tagen haben wir unsere persönliche Grenze erreicht.
00:04:59: Und das war auch sehr lehrreich.
00:05:00: Hinterher dieses Wissen zu haben, Holla, da gibt's diese Grenze, gibt's hier und nicht weiter, wäre vernünftig, wenn man alt werden will.
00:05:08: Sie waren dann einige Jahre in der Werbefotografie tätig, aber dann hat sie es doch wieder zurückgezogen back to the roots.
00:05:15: Was war da der Anlass?
00:05:16: oder wieso haben sie so eine Art bürgerliches Leben da nicht führen wollen.
00:05:21: Dieses bürgerliche Leben hatte auch einen hohen Preis.
00:05:24: Das waren zum Beispiel auch Repartagien für ein Reisemagazin, für Globo.
00:05:28: Ich war dann oft zwei, drei Wochen am Stück von zu Hause weg.
00:05:31: Es kam dann auch irgendwann unsere Tochter.
00:05:34: Und die Vorteile lagen in der guten Bezahlung.
00:05:37: Ja, das war auch wichtig, wenn man eine Familie nähern will, wenn man dann eine Versorgerolle einnimmt und die auch spürt.
00:05:44: Irgendwann ein kleines Haus kauft.
00:05:47: Aber es war nicht die Erfüllung, die fotografische Erfüllung, ja, die war da, dieses Kennenlernen aller Kontinente von mittlerweile seventy-fünf verschiedenen Ländern großartig.
00:05:57: Aber die wirkliche Erfüllung, und das habe ich dann einfach bei uns in den Alpen am stärksten gespürt, war hier vor der Haustür in der Natur, in den Alpen, auf Gipfeln, in Wänden.
00:06:07: und das zu kombinieren, das hat dann letztendlich einen großen, großen langen Kreis geschlossen.
00:06:14: Ist dir Vortrag das Wasser der Alpen am siebten März im Kloster Benedikt Beuern?
00:06:19: Die Alpen sind seit Kindertagen ihre Leidenschaft.
00:06:22: Wie kommt es jetzt zu diesem speziellen Thema Wasser?
00:06:25: Es ging los über die Alpengletscher.
00:06:27: Ein für mich ganz wichtiges Thema, weil ich immer der Hochdunkänger war, der Eiskletterradie, also Eiswende, Colloir, das war damals unser Leben auch in Großenbergen.
00:06:36: Und dann... fällt einem zwangsläufig als Bergsteiger auf.
00:06:39: Holler, die Einstiege liegen immer weiter oben, die Gletscher schmelzen immer weiter ab.
00:06:44: Es verändert sich alles in den Alpen.
00:06:46: Das war der Startschuss für das Alpengletscherbuch mit der Glatziologin Andrea Fischer.
00:06:51: Und ich erinnere mich noch gut eines Abends zusammen mit Felix Neuräutem, Bartölz hinter der Bühne, hab ich ihn gefragt, hey Felix, du toll unser Thema, was wir da gerade haben, aber weißt du, was ansteht?
00:07:02: Weißt du, was so wichtig wäre, wo so viel ... Herausforderung kommen wird.
00:07:07: Das wird das wassenden Alpen sein.
00:07:09: Und er war sofort begeistert.
00:07:11: Wir haben uns zusammengesetzt mit seinem Vater natürlich auch den Christian Neureuter.
00:07:14: Haben Ideen gesponnen, Inhalteversuch zu definieren.
00:07:18: Über den Verlag gesprochen.
00:07:20: Also es hat sich dann total schnell entwickelt und war, weil uns einfach sofort klar war, da kommen riesen Herausforderungen auf uns zu.
00:07:28: Es lag einfach auf der Hand, dass das ansteht.
00:07:32: Sie sprechen gerade den ehemaligen Skirendläufer.
00:07:35: Felix Neu-Reuter an, eben aus dieser berühmten Neu-Reuter, Ski-Familie, Rosi Mittermayer, Christian Neu-Reuter.
00:07:40: Sie haben es genannt.
00:07:42: Da ist ja dann auch ein Buch entstanden.
00:07:44: Das heißt aber, sie kannten sich schon lange davor.
00:07:46: Das war schon eine Freundschaft davor.
00:07:48: Ja,
00:07:48: wir kannten uns, haben ja schon auch unsere Alpen als gemeinsames Buchprojekt gemacht.
00:07:53: Das war, wie soll ich es beschreiben, nicht so kritisch, nicht so herausfordernd, sondern eher eine Bestandsaufnahme der Themen in den Alpen.
00:08:02: Und das Wasser der Alpen ist dann wirklich ein ganz breites Spektrum und auch kritisch herausfordernden Themen geworden, die einfach da sind.
00:08:11: Man kann sie ja nicht wegdiskutieren.
00:08:14: Aber die Herausforderung war natürlich groß, dass das sich irgendwie die Waage hält.
00:08:19: Aber gemeinsam, wir verstehen uns super gut, wir können auch wunderbar am Berg gemeinsam unterwegs sein.
00:08:24: Da findet er total schnell in seine Ruhe, trotz einem intensiven Leben.
00:08:29: Und dann leben wir beide.
00:08:31: Unsere Leidenschaft in den Bergen, in den Alpen da draußen.
00:08:35: Beim Vortrag im Kloster Benedikt Beuern, da soll es jetzt nur erst mal um die Schönheit des Wassers in den Alpen gehen.
00:08:43: Wie sind Sie da rangegangen, das einzufangen?
00:08:45: Geht man da einfach los und schaut, was man vor die Linse bekommt?
00:08:50: Haben Sie da Ihren ganzen Erfahrungsschatz genommen und sind gezielt Punkte angegangen?
00:08:55: Das ist mein großes Glück gewesen bei diesem Projekt.
00:08:57: Ich habe einfach forty-fünfundvierzig, siebenundvierzig Jahre Location-Kentnis in den Alpen.
00:09:02: Überall die Repartagen, Bücher, Kalender, die ich fotografiert habe.
00:09:06: Und ich kannte natürlich viele der großen Wasserfälle, der Flüsse, der Seen.
00:09:11: Und es war dann aber so, dass dieses Zeitfenster, dieser Zeitraum der Produktion, diese zwei, drei Jahre, Die waren ein ganz ungewöhnliches, also auch für mich ungewöhnliches, auf und ab an Emotionen.
00:09:24: Wir haben irgendein kritisches Thema fotografiert, eine Hütte, der aus Wasser ausgeht, ein Würzleute, die wirklich kurz vom Verzweifeln sind.
00:09:31: Und dann kam aber wieder eine wunderbar schöne Produktion in der Natur, Landschaft, ohne Mensch, ohne kritischen Inhalt oder Zusammenhang dahinter.
00:09:41: Und dann habe ich immer gespürt, dass Kritische ist faszinierend in der Fotografie und Recherche, die er der Michael Ruhland gemacht hat.
00:09:49: Aber das andere brauche ich ganz, ganz dringend, um auch in einer positiven Energie zu bleiben, um irgendwo, das klingt jetzt vielleicht hart, aber die Hoffnung auch nicht zu verlieren mit all diesen Herausforderungen, die anstanden.
00:10:02: Also ich habe da schon ein Stück weit meine Freude und Leidenschaft in der positiven Naturfotografie in den alten In kombinationen im Wasser wiedergefunden.
00:10:12: Was mich in den letzten Tagen sehr fasziniert hat, wir haben ja jetzt seit langen Jahren mal wieder so einen richtigen Winter, auch und gerade bei uns in Oberbayern.
00:10:22: Da habe ich im Fernsehen die Bilder von der Ostsee gesehen, wo diese Wellen gefroren sind am Strand.
00:10:27: Wie ist es denn, dass im Gebirge, wer jetzt nicht auch eine schöne Zeit loszuziehen, soweit man es kann und die Ausrüstung hat und vielleicht so einen halb gefrorenen Wasserfall zu sehen?
00:10:36: Vielleicht doppelt faszinierend jetzt im Winter?
00:10:38: Total.
00:10:39: Ich war die letzten zehn Wochen, jede Woche mindestens zwei, drei Tage im Eis.
00:10:44: Also unfassbar schönes haben wir erlebt.
00:10:47: Es ist ja ein ganz ungewöhnlicher Winter.
00:10:48: durch diese Veränderungen im Jetstream, die ja auch... Klimawandel begründet sind, halten bestimmte Wetterlagen jetzt einfach viel länger.
00:10:57: Das heißt, die Kälte, die da war, vor allem auch im Bodennähe, was bei uns im Kochler Moos Talnebel bedeutet und reif an den Bäumen.
00:11:05: Also unglaubliche Schönheit konnte sich da ausbilden und das haben wir natürlich genutzt.
00:11:11: Privat für schöne Spaziergänge und Wanderungen mit meiner Frau oder Freunden und fotografisch mit allem, was es ja gegeben hat, weil es so ungewöhnlich und selten ist.
00:11:20: Haben Sie vielleicht einen kleinen Tipp für uns für Skitourengehe, was man an einem Wochenende mal anpeilen könnte?
00:11:26: Nicht zu stressig, aber dann auch so die Schönheit des Wassers im Winter.
00:11:30: Darf ich ehrlich sein, nicht der Skitourengänger.
00:11:33: Die Bedingungen, die sind gerade herausfordernd.
00:11:36: So möchte ich es mal positiv formulieren.
00:11:38: In ganz vielen Bereichen sind die Schneebedingungen wirklich schlecht.
00:11:42: Aber als Winterwanderer.
00:11:44: kann man unglaublich schönes erleben.
00:11:46: Also wer nur kurz wandern möchte, jetzt bei den Bedingungen mal in der Patnachklammer reingehen.
00:11:51: Wahnsinn, total schön.
00:11:53: Oder ein Spaziergang in Kochel an den Leinbachfall, in der gefroren ist.
00:11:58: Also da gibt es ganz, ganz viele Möglichkeiten.
00:12:00: Was ich gelernt habe mit diesen Bedingungen jetzt, sind diese Grödl, also diese Schneeketten, die man um die Bergwanderschuhe oder Bergschuhe zieht, extrem wichtig.
00:12:11: Selbst auf einer Winterwanderung auf dem Jochberg.
00:12:14: hatten wir zuletzt Passagen, wo über wirklich ein, zwei, dreihundert Meter grünlich blaues Blank Eis war.
00:12:19: Und es war glas, hartes Blank Eis.
00:12:22: Vielleicht haben wir ein Tipp auch dann, wenn es wieder Frühling Sommer wird, was mich da immer fasziniert, sind so diese kleinen, abgeschiedenen Bergseen.
00:12:32: Haben Sie dann ein Tipp für uns vor der Haustür, also bei uns in Oberbayern?
00:12:36: Ja, da gibt es einen See, der mir ganz besonders gefallen hat und zwar weiter Weg dorthin.
00:12:43: schon ungewöhnlich ist, übers Grottenbachtal.
00:12:46: Also ausgehend vom Silvensteinstause, dem Parkplatz bei der Brücke dort zum Beispiel, kann man noch ein Stück auf Vorstraße hinterradeln, dann geht die Wanderung los und dann kommen erstmal viele Wasserfälle, also wirklich vierzig, fünfzig Meter hohe Wasserfälle, unten unglaubliche Gumpen und ein Felstobel und oben raus kommt der Delbsee.
00:13:06: In einem grünen Kessel, also ein unweiter Tölzer Hütte, da kann man dann noch weiter wandern, wenn man eine Bootzeit machen will und da auf den Schafreiter noch hochgehen.
00:13:13: Also das ist so eine Runde, die hat mir immer total gut gefallen, weil sie auch noch nicht überlaufen ist.
00:13:19: Bedingt wahrscheinlich auch durch die Länge.
00:13:21: Und das darf sein, das ist vielleicht gut so.
00:13:25: Wenn wir als Otto-Normal-Verbraucher, Otto-Normal-Menschen dann unterwegs sind, Sie haben gerade schon das angesprochen, Wasser wird knapp in den Alpen.
00:13:34: Können wir uns da irgendwie sinnvoll verhalten?
00:13:37: Müssen wir was beachten, wenn wir unterwegs sind?
00:13:41: Also, meine Frau hat da ein paar ganz, ganz wunderbare Worte mal zuletzt zu mir gesagt.
00:13:45: Und zwar, wir reden immer nur über Sparen und Knappheit und jetzt dürfen wir nicht mehr.
00:13:50: und jetzt müssen wir.
00:13:51: Und die hat die Gabe, ich schwere zu beschreiben, aber vielleicht über Meditation, irgendwo in der Natur mit den Dingen wirklich in Kontakt zu treten.
00:14:00: Und da waren einfach ihre Worte, es ging konkret um die Isar, dass es vielleicht viel wichtiger wäre, wenn wir das wertvolle Wasser, wenn es eben auch in vielen Regionen weniger wird, versuchen, so sauber wie möglich zu halten.
00:14:16: Weil das ist das, was nicht nur in der Natur so unglaublich wichtig ist für die Natur, für Florian und Fauna, sondern auch für uns Menschen.
00:14:26: Die Veränderungen, die sind ja längst da.
00:14:29: Sie sind spürbar.
00:14:30: Auch die letzten zehn Wochen hier über Weihnachten, der ganze Spätherbst, der Winter jetzt.
00:14:34: Natürlich hatten wir viel wunderschönes Wetter, aber auch diese Wetterlage war eine Extremwetterlage.
00:14:40: Es war extrem trocken, wenn wir uns bei uns am Altenrand die Flüsse und die Seen anschauen.
00:14:45: Die haben einen unfassbar niedrigen Wasserstand.
00:14:49: Dann das Grundwasser natürlich undernund.
00:14:52: Ui, die Situation ist herausfordernd, vor allem wenn man mehr Hintergrundinformationen dazu hat und die Dinge miteinander in Verbindung bringt.
00:15:01: Aber was macht dann das jetzt zum Beispiel mit zu Zukunftsprojekten wie grüner Energie, Wasserkraft?
00:15:07: Ich habe ganz viele Jahre hintereinander im Sommerurlaub in Berchtesgadener Land gemacht und wenn man da ins Hochgebirge fährt, kommt man an einem riesen Wasserkraftwerk der Deutschen.
00:15:17: Bahn vorbei, mit dem die natürlich grünen Ökostrom produzieren.
00:15:21: Aber wenn es was er weniger wird, was wird denn aus diesen Zukunftsprojekten?
00:15:25: Die Metrologen, ein Sven Plöger und und und sagen mir sehr klar, dass über das Jahr die Niederschlagsmenge und über die Jahre fast gleich bleiben wird.
00:15:37: Das ist die Vermutung, das ist die Prognose, aber es gibt immer größere Schwankungen.
00:15:42: D.h.
00:15:43: das Wasser kann schlagartig in große Menge kommen, trockene Böden können uns nicht aufnehmen, Wasser fließt ab, wird vielleicht auch für die Wasserkraft dann zum Problem.
00:15:52: Gleichzeitig wissen wir, dass Silvensteinstausee und viele andere Stauseen auch ein Hochwasserschutz bieten.
00:15:59: Hier, Bad Tölz, München und so weiter.
00:16:03: Riesen große Baustellen fotografiert und besucht im Längental und und und in Sachen Wasserkraft.
00:16:08: Und wir waren selber total hin und her gerissen.
00:16:11: Auf der einen Seite brauchen wir alles Strom, wir brauchen immer mehr Strom und irgendwo muss er herkommen.
00:16:16: Deutschland hat dreißigtausend Windräder, es werden mal sechzigtausend werden.
00:16:20: Also auch die Photorealteigfläche wird sich noch vor zwei bis dreifachen.
00:16:24: Also die Wasserkraft, glaube ich, kann uns eine gewisse Kontinuität bieten, aber das Problem wird werden oder die Herausforderung.
00:16:32: die Täler, die wir noch verbauen wollen oder müssen einfach für Bummspeicher sehen, um überschüssige Energie zu speichern.
00:16:40: Also nicht nur in Akkublöcken irgendwo oder Wasserstoff, der auch erst in den Startlöchern steht.
00:16:46: Und da ist es tatsächlich sinnvoll.
00:16:48: Aber das in Abwägung immer auch mit dem Naturschutz, weil Klimaschutz ein weiterer Bau von Windrädern für die drei generativen Bereiche Wasser, Wind und Sonne.
00:16:59: immer mehr Futtervoltaik, immer mehr Staudämme.
00:17:03: Klimaschutz ist nicht immer gleich Naturschutz.
00:17:05: Und das gilt es zu sehen und sich diese Herausforderung und diesen Fragen echt zu stellen, macht hier in diesem Tal eine weitere Mauer, ein weiterer Staudamm, Bumspeichersee Sinn.
00:17:17: Und das ist unglaublich schwierig.
00:17:20: Die Energiewirtschaft ist das eine.
00:17:22: Hinzu kommt dann noch der Alltag der Menschen, die in den Bergen leben.
00:17:25: Sie haben die Bergbauern vorhin schon angesprochen.
00:17:28: Was haben die ihnen erzählt?
00:17:30: Welche Probleme kommen da mit der Wasserknappheit?
00:17:33: Auch da ist es total unterschiedlich.
00:17:35: Wir haben natürlich in vielen Regionen Bauung getroffen, Hüttenwörter gesprochen, auch mit Tourismusverbänden gesprochen, die sagen, Holler bei uns kommt immer weniger Niederschlag, vor allem den Zentralalpen, Inneralpine.
00:17:48: Auf der anderen Seite haben wir Simon Messner besucht im Südtiroler Finnschgau, ein Bio-Bauer, der dort das Haus und den Hof vom Reinhold Messner, also von seinen Eltern übernommen hat.
00:17:58: Und der sagt während verrückterweise bei uns spürbar, wir haben im Finnsch gar mehr Niederschlag statt weniger.
00:18:05: Ob das in fünf Jahren immer noch so ist, wissen wir nicht.
00:18:09: Aber aktuell ist einfach das Thema, es ist vieles nur ganz schwer planbar, weil auch noch ganz viel Wissen in einigen Bereichen fehlt.
00:18:18: Wir haben jetzt gesehen, Die Entwicklung, die dazu geführt hat, dass sie das Thema getrennt haben in ihren Vorträgen.
00:18:23: Auf der einen Seite die Schönheit des Wassers in den Alpen, aber auch auf der anderen Seite die Zukunftsperspektive, die sehr schwierig ist, weil Wasser knapp wird in den Alpen.
00:18:33: Vielleicht erklären Sie nochmal, wie Sie davor gehen.
00:18:35: Ich glaube, ein wichtiger Punkt war, dass ich für mich verstanden habe, dass es auch von den Besuchern von Lesern dieser Bücher diese reine Freude über das Schöne geben darf.
00:18:48: Und ich glaube, da liegt auch ein ganz großer Schatz drin.
00:18:50: Da liegt eine riesige Chance drin.
00:18:53: Wenn wir Dinge lieben, wie die Gumpel, den sauberen Bergbach aus dem man trinken kann, wenn wir den Weichensee schätzen einfach als Trinkwasserreservoir, dann werden wir darauf aufpassen.
00:19:05: Und diese Botschaft kann ich auch vermitteln über eine Hommage an die Schönheit des Wassers.
00:19:11: Wanderungen zu traumhaften Seen, zu Wasserfällen, an den Flüssen entlangen.
00:19:16: Und ich habe gleichzeitig auf den Vorträgen, wo ich sehr viel kritische Inhalte zeige gemerkt, Menschen, die sich dafür interessieren, sind oft schon sehr informiert und freuen sich da über weitere Gedanken, Anregungen, Informationen dazu.
00:19:33: Auch das ist in Ordnung.
00:19:34: Aber was ich nicht will, ist, die Menschen zu ver... Prellen zu verängstigen über den erhobenen Zeigefinger.
00:19:43: Alles wird ganz schlecht.
00:19:44: Die Apokalypse und wir dürfen gar nichts mehr.
00:19:46: Nein, darum geht es gar nicht.
00:19:48: Das soll eben jetzt in Zukunft in meinen Vorträgen getrennt werden.
00:19:53: Und wenn ich sie halte, diese beiden Vorträge, tatsächlich geht es mir auch besser damit.
00:19:57: Weil diese kritische, herausfordernde Version ist tatsächlich einfach für mich auch emotional sehr, sehr intensiv.
00:20:05: Am Ende Ihres Vortrages sprechen Sie hier dann auch von einer alpinen Zukunft, von einer Vision davon, wenn Sie da einen Wunsch formulieren dürften oder wollten an Politik, Tourismus, an uns alle letzten Endes.
00:20:20: Was müsste sich denn im Umgang mit dem Wasser in den Alpen jetzt in den kommenden Jahren ändern?
00:20:25: Ein bisschen mehr Bescheidenheit.
00:20:27: Das Wort Verzicht ist schwierig, das ist mir klar.
00:20:30: Aber wenn wir immer nur höher, schneller weiter und noch mehr KI und noch mehr Digitalisierung, glaube ich, bleibt diese Spirale einfach in Gang.
00:20:39: Und weniger kann mehr sein.
00:20:41: Da bin ich mir ganz, ganz sicher, die Alpen haben eine Zukunft.
00:20:44: Wenn die Gletscher mal abgeschmolzen sein werden, also dieses Wasser, auch damit für die Flüsse durchgeflossen ist und vorbei ist.
00:20:53: dann werden sich die Alpen irgendwann wieder stabilisieren.
00:20:56: Die Glatziologin Andrea Fischer hat das ganz wunderbar formuliert.
00:20:59: Er hat gesagt, während in den zwanzig dreißigvierzig Jahren werden ganz viele Berge wieder stabiler, weil diese Umbruchphase jetzt einfach vorbei ist und der Bergsteiger hat dann ein neues Potenzial, der Wanderer, der Tourist.
00:21:11: Wir sind in einer Wahnsinnsumbruchsphase und die gilt es zu gestalten und in meinen Augen eben einfach auch ein bisschen mehr.
00:21:19: Bescheidenheit und vielleicht auch Verzicht.
00:21:22: Herr Ritschel, wir haben es schon erwähnt.
00:21:23: Sie haben eine Tochter.
00:21:25: Wird die noch so einen Naturraum vorfinden, den man auch als Erholungsraum, als Erlebnisraum nutzen wird können?
00:21:35: Ja, da bin ich mir ganz sicher.
00:21:37: Die Alpen verändern sich.
00:21:38: Manche Berge stürzen regelrecht ein, manche Felsflanken, Felswände brechen zusammen.
00:21:44: Aber es entsteht auch Neues.
00:21:47: Wie gesagt, eine Phase der Konsolidierung, eine Phase der Stabilisierung, die jetzt wieder ansteht.
00:21:52: Was mich traurig macht, sie wird die ganzen Eiswände, durch die wir geklettert sind, die steilen Choloare an den drei oder viertausendern, die verschwinden gerade.
00:22:02: Die Gletscher schmelzen ab.
00:22:03: Sie hat Gletscher begangen, was für sie ein unglaubliches Erlebnis war, schon als Mädchen mit sieben, acht Jahren als Kleines.
00:22:10: Aber sie wird auf eine veränderte Flora und Fauna in den Alpen treffen.
00:22:15: Die Pflanzen passen sich ja an.
00:22:16: Im Gletschervorfeld, wenn ein Eis sich zurückzieht, ein Eis abschmilzt, wachsen binnen wenige Jahre wieder die ersten Gräser, Blumen und so weiter.
00:22:25: Die Tierwelt passt sich an.
00:22:27: Und da bin ich mir ganz sicher, die Alpen werden weiterhin In neuer, in anderer Form einen wunderbaren Erholungsraum für die Menschen darstellen, eben auch für unsere Tochter, die total gerne Glettern geht und Bouldern geht und mittlerweile auch Wandern geht wieder.
00:22:44: Zum Schluss, Herr Ritschel, wollen wir natürlich noch auf Ihre Vorträge schauen, die jetzt anstehen.
00:22:49: Schönheit des Wassers der Alpen am siebten März im Kloster Benediktbäuen und dann aber auch Mitte April eben.
00:22:54: Wir haben ja von dieser Zweiteilung gesprochen.
00:22:57: dann an der Volkshochschule Penzberg eher der kritische Aspekt, was wir jetzt auch beleuchtet haben in diesem Podcast.
00:23:04: Vielleicht können Sie ganz kurz für beide Veranstaltungen Werbungen machen und dass man sich so ein bisschen orientieren kann, wo ich jetzt doch vielleicht lieber hingehe.
00:23:11: Ja, lieber war ein guter Gedanke.
00:23:14: Vielleicht ist es tatsächlich beides.
00:23:17: Und deswegen glaube ich waren auch für mich diese Vorträge, wo ich versucht habe beides zu verschmelzen, so intensiv und ehrlich sagt auch anstrengend.
00:23:25: In Benedikt-Beuern kann ich mich total konzentrieren auf all dieses emotionale, positive Erleben von unfassbar schöner Natur.
00:23:34: Das ist ja alles verbunden mit tollen Wanderungen, mit Bergtouren, mit Rundtouren oder mit dem Wandern an einem Fluss, wie dem Tag Leamento, den wir gefolgt sind von der Quelle bis zur Mündung.
00:23:44: In Penzberg wird es so sein, da passt es natürlich zum Klimafrühling, den Penzberg jedes Jahr veranstaltet, dass dort die Informationen zum Tragen kommen.
00:23:54: Aber es sind ja nie nur die Informationen über kritische oder sogar apokalyptische Zusammenhänge.
00:24:01: Die Welt geht unter.
00:24:02: Nein, überhaupt nicht.
00:24:03: Inhalt des Vortrages und auch des Buches ist es ja, Visionen aufzuzeigen.
00:24:09: Wie kann eine alpine Zukunft für Bergsteiger auf Hütten laufen?
00:24:13: Ja, Mai.
00:24:13: Irgendwann wird es keine Duschen mehr geben.
00:24:15: Irgendwann wird man da oben mehr Wasser sparen müssen, wird der Service zurückgehen und und und.
00:24:20: Hey, dann ist es halt wie in den Siebziger, Achtziger Jahren.
00:24:23: wo wir Bergsteiger auf einer Selbstversorgerhütte auch alles hochgetragen haben.
00:24:28: Aber wir können dort nächtigen, wir erleben vielleicht ein anderes, ein neues Abenteuer.
00:24:33: Also deswegen in vielen Bereichen blicke ich ganz positiv auch in die Zukunft.
00:24:38: Aber die Trennung tut mir selbst auch gut, weil ich emotional ganz anders auf jeweiligen Themen eingehen kann.
00:24:46: Dann freuen wir uns, Herr Richel, auf beide Vorträge und sind gespannt.
00:24:49: Herzlichen Dank, dass Sie heute in diesem Podcast unschlagbar zu Gast waren und über Ihr Leib- und Magenthema des Wasserte Alpen uns berichtet haben und auch wirklich Appetit gemacht haben, jetzt die Vorträge in Benedikt Beuern und Penzberg zu besuchen.
00:25:02: Herzlichen Dank.
00:25:03: Sehr, sehr gerne, war mir eine Freude.
00:25:05: Veranstalter für Bernd Ritschels Vortrag über das Wasser der Alpen am siebten März im Kloster Benedikt-Beuern ist das Kreisbildungswerk Bartholz-Wolfratshausen.
00:25:16: Weitere Informationen zu der Veranstaltung finden Sie dann auch auf der Homepage des Kreisbildungswerks oder in der Episodeninformation zu diesem Podcast.
00:25:26: Und das war's von uns für den Moment.
00:25:28: Am Mikrofon verabschiedet sich Paul Hasel.
00:25:33: Das war unschlagbar, der Podcast für Bildung, Glaube und Gesellschaft.
00:25:37: Eine Produktion des
00:25:38: MKR
00:25:39: im Auftrag des St.
00:25:40: Michaelsbund.
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