Was bleibt nach 10 Jahren Laudato si'?
Shownotes
Vor zehn Jahren ist die Umwelt- und Sozial-Enzyklika Laudato si’ erschienen. Papst Franziskus hat darin seine Sorge um die Zukunft unseres Planeten beschrieben. Die Enzyklika hat bis heute nichts an ihrer Strahlkraft eingebüßt. Auch in der Kirche wirkt Laudato si' nach – zum Beispiel in der Arbeit der katholischen Kreisbildungswerke.
Das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen hat ein Projekt gestartet, das sich inhaltlich auf Laudato si' stützt. "Wertschöpfung – Re:create" nennt sich die Initiative. Tobias Huhn ist theologischer Referent des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wolfratshausen und stellt in diesem Podcast das Projekt in Verbindung mit der Enzyklika Laudato si' vor.
Außerdem fragen wir nach, was nach einem Jahrzehnt generell von dem Schreiben übrig geblieben ist – in einer Welt, in der auf vielen Ebenen der Wille nachgelassen hat, schöpfungs- und umweltgerecht zu handeln. Professor Markus Vogt ist christlicher Sozialethiker an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ordnet die bleibende Bedeutung der Enzyklika zehn Jahre nach ihrem Erscheinen für uns ein.
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00:00:01: Und schlagbar.
00:00:03: Der Podcast für Bildung, Glaube und Gesellschaft.
00:00:12: Vor zehn Jahren ist die Umwelt- und Sozialentzykliker Lauda Tossi erschienen.
00:00:17: Der mittlerweile verstorbene Papst Franziskus hat darin seine Sorge um die Zukunft unseres Planeten beschrieben und hat sich damit weltweit Gehör verschafft.
00:00:28: Die Enzyklika, die hat bis heute nichts an ihrer Strahlkraft eingebüßt, auch wenn die erste Begeisterung darüber schon lange verflogen ist.
00:00:37: Gerade in der Kirche aber wirkt Laudato Si nach, z.B.
00:00:41: in der Arbeit der katholischen Kreisbildungswerke.
00:00:44: Das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen z.B.
00:00:48: hat vor kurzem erst ein Projekt gestartet, das sich inhaltlich auf Laudato Si stützt.
00:00:55: Wertschöpfung Recreate nennt sich die Initiative des Kreisbildungswerks Barthölz-Wolfratshausen.
00:01:01: Tobias Hunes dort Theologische Referent und wird uns in diesem Podcast das Projekt in Verbindung mit der Enzykliker Laudato Si vorstellen.
00:01:10: Wir wollen in diesem Podcast aber auch noch einmal grundsätzlich nachfragen, was zehn Jahre nach Laudato Sì von dem Schreiben übrig geblieben ist.
00:01:20: In einer Welt, in der auf beinahe allen Ebenen der Wille sichtbar nachgelassen hat, Schöpfungs- und umweltgerecht zu handeln.
00:01:28: Prof.
00:01:28: Markus Frucht ist christlicher Sozialetiker an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.
00:01:34: Er wird die Bedeutung der Enzyklika zehn Jahre nach ihrem Erscheinen für uns einordnen.
00:01:40: Herr Hund, Herr Vogt, herzlich willkommen hier bei uns im MKR-Studio.
00:01:44: Ich bin Paul Hasel und ich freue mich jetzt auf unser Gespräch über zehn Jahre Laudato Si.
00:01:49: Herr Professor Vogt, als Laudato Si vor zehn Jahren veröffentlicht wurde, da sprachen viele davon, dass diese Enzykliker eine Revolution bedeuten würde.
00:02:00: War das damals auch Ihr erster Eindruck?
00:02:02: Können Sie sich noch erinnern, was war Ihre erste Reaktion?
00:02:05: Meine erste Reaktion war endlich.
00:02:08: Nachdem wir eigentlich schon zwanzig Jahre darauf gewartet hatten, darauf hingearbeitet hatten, immer wieder kam dann doch nichts.
00:02:15: Und das war schon irgendwie eine Erlösung und auch eine Überraschung, dass es dann so klar kam, so deutliche Worte.
00:02:22: Das war ein packender Text, den ich gleich gelesen hatte.
00:02:25: Ich sollte mit Kardinal Marx damals die Unzüglichkeit vorstellen.
00:02:29: Ich habe den Text erst, ich glaube so ungefähr zehn Stunden vorher erhalten und habe dann eben schneller Geschwindigkeit durchflogen und hatte gleich den ... Eindruck.
00:02:38: Das ist ein mitreißender Text, ein gelungener Text.
00:02:41: Was würden Sie sagen, war damals so mitreißend?
00:02:45: Gut, er hat eine packende Sprache.
00:02:46: Das zum ersten Mal wird wirklich das ökologische Thema so deutlich angesprochen.
00:02:51: Das ist einfach ein neues Kapitel für die katholische Soziallehre.
00:02:54: Es gab vorher immer viele Einzeläußerungen, aber eben nie das Thema so gebündelt.
00:02:58: Und das war klar, er ist einerseits ja ein Chemiker, Naturwissenschaftler, hat genau auch die Situation von Klimawandel, damals schon Biodiversität, also Artensterben, Vermüllung des Planeten, genau rezipiert, hat zugleich eine Frohbotschaft.
00:03:14: ist keine Droh-Botschaft, also lauter Artusie ist ja gelobt sei es, sei es du, also mein Herr, Franziskus, Sonnengesang oder Lob, Freude an der Schöpfung, eine Art Mikrooptimismus, wie er beschreibt, was alles jetzt schon geschieht und zugleich eben sehr deutlich auch, was fehlläuft benannt, also quasi diese Machtkritik macht, ist ja einer der häufigsten Begriffe, taucht vorhin der katholischen Soziallehre nie vor, befreiungstheologischer Hintergrund, das hat bis ermischt sich ein.
00:03:41: und natürlich war auch im Jahr schon ein bisschen weltweit eine Aufbruchsstimmung.
00:03:46: Das hat man ja auch gemerkt an der Erklärung, dass es Teledevelopment Goals, die im gleichen Jahr in New York erklärt wurden.
00:03:52: Und er hat ja auch in der Vollversammlung der UNO gesprochen, sich in Politik eingemischt und auch in den Verhandlungen im Hintergrund zum Paris, zum Klimavertrag, im Jahr zwei Tausend Fünfzehn, wo wir das Eins-Kommer-Fünf-Grad-Ziel beschlossen haben.
00:04:05: Eine Aufbruchbewegung, lange ist es her.
00:04:09: Sie haben gerade die Machtfrage angesprochen, aber vielleicht eher erst mal zur persönlichen Verantwortung, die ja der Papst auch anspricht, dass wir Verantwortung tragen als Individuen.
00:04:20: Wie ist das in der Enzyklika formuliert?
00:04:23: Was können wir da als Einzelne tun?
00:04:25: Ja, also sie hat sehr ausführliche, sehr konkrete Teile, was da einst nicht tun kann, bei ihm besonders Ernährung mit einem Hintergrundbond wie wir, das gute Leben Lateinamerika, landwirtschaftliche Strukturen, aber durchaus für uns auch anwendbare Lehrungen ist was im Alltag Mobilität, ist ja der erste Papst, der aus der Stadt kommt, also auch was die grüne Stadt, was da passiert, interessiert ihn.
00:04:48: Andere Mobilitätsmuster ist wichtig, er spricht durchaus stark die Spiritualität an, also auch die.
00:04:56: Das ist ja auch eine wichtige Initiative.
00:04:57: jetzt zum Jahr der Schöpfung, der Patriarch Bartolomeos, der das angeregt hatte.
00:05:02: Vor vielen Jahren schon, der wird auch zitiert, die Ökomene, das ist ganz wichtig.
00:05:07: Und durchaus die politische Verantwortung der Christen, sich um Änderung der Rahmenbedingungen und vor allem um wirtschaftliche Gerechtigkeit zu kümmern.
00:05:14: Es ist ja nicht nur ein Zükliker für Umwelt, für Klimawandel, sondern genauso für die Armutsbekämpfung, der Schreider Schöpfung, der Schreider Arm ist für ihn eine Sache.
00:05:24: eine quasi sind zwei Seiten einer Medaille, die gehören zusammen und wir können sie nur wirklich begreifen in dem Zusammenhang.
00:05:30: Damit spricht er die Christen an zur Solidarität, zu Widerstand gegen ja einen ausbeuterischen Kapitalismus.
00:05:39: Da ist seine Wirtschaftskritik sehr harsch, da fordert er den Einzelnen auch durchaus zu solidarischer Verantwortung weltweit heraus.
00:05:47: Und dann braucht es natürlich noch die strukturellen Veränderungen.
00:05:51: in Staat, Politik, Wirtschaft.
00:05:53: Was schlägt der Papst davor?
00:05:55: Wie sieht er da die Ausgangslage?
00:05:57: Also, ich denke, er hat schon ein paar konkrete Dinge.
00:06:00: Beispielsweise fordert er, weil er erwartet, dass wir sehr viele Klimaflüchtlinge haben werden.
00:06:06: Diese sollten anerkannt werden in der Genfer-Flüchtlingskonvention, also mit einem rechtlichen Status.
00:06:12: Das hat er später nochmal genauer entfaltet.
00:06:15: Er fordert vor allem Verantwortung von Unternehmen ein.
00:06:19: Er fordert, dass ein Modell auch der Suffizienz der Genügsamkeit.
00:06:24: Das ist interessant.
00:06:25: Die erste Übersetzung war, wir müssten eine zeitweise Rezession mit nehmen.
00:06:30: Im Original ist es Postwachstum, also für die erste Welt Postwachstum, also quasi.
00:06:36: wir müssen Schrumpfung hinlegen.
00:06:38: Darüber kann man kontrovers diskutieren.
00:06:40: Er hat eine sehr große Kritik des technologischen Paradigmas, also quasi.
00:06:45: er ist kritisch auch im politischen gegenüber Zertifikatenhandel.
00:06:49: Auch darüber wird kontrovers diskutiert.
00:06:51: Wir müssen zugeben, bis jetzt hat er nicht die große Wende gebracht, aber trotzdem ist es wohl schon das wichtigste Instrument auch zu fit.
00:06:59: Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen im globalen Süden.
00:07:02: Der ist hier sehr radikal in der Wirtschaftskritik.
00:07:05: Das setzt Ford, die es vorherige apostolische schreiben, quasi seinen Antritt.
00:07:10: Brief Evangelii Gaudium, wo er sagt nein zu einer Wirtschaft, wo das Geld herrscht, statt zu dienen Wirtschaft der Ausschließung, Wirtschaft die tötet.
00:07:18: Diese radikale Wirtschaftskritik ist in der ökologischen Kontext fortgesetzt, aber eben durchaus mit konstruktiven Perspektiven, was der Einzelne eher tun kann, eben in den verschiedenen Bereichen ökologischer Ökonomie.
00:07:32: Das sind schon viele Vorstellungen drin.
00:07:34: Auch quasi beispielsweise Müllvermeidung ist für ihn ein wichtiges Thema.
00:07:39: Es gab ja dann auch, zumindest bei uns in Europa, danach politische Aufbrüche im Sinne der Entzüglichkeit.
00:07:45: Das Beispiel könnte man nennen, dass die EU das Verbrenner aus für PKWs ab im Jahr twenty-fünfunddreißig beschlossen hatte.
00:07:52: Das bröckelt jetzt aber wieder dieser Tage.
00:07:55: Wie sehen Sie da die Zukunft?
00:07:57: Ist die erste Schwung vorbei?
00:07:59: Ja, man muss sagen... Sie ist ein unangelöstes Versprechen.
00:08:03: Sie ist Zeugnis, eine Aufbruchhoffnung, die die Kirche hat, die die Kirche vorangetrieben hatte, die politisch geteilt worden ist.
00:08:11: Und Franziskus war da durchaus eine führende Stimme für Armutsbekämpfung, Klimaschutz als Einheit.
00:08:20: derzeit blockiert.
00:08:21: Die letzte COP-Treißig, also Klimakonferenz jetzt in Brasilien, BELAM, hat gezeigt, wir kehren zurück zu fossilen Energien.
00:08:29: USA ist ja ganz offensichtlich, Dick, Baby Dick, also quasi fossile Energien zu fördern.
00:08:35: Natürlich ist das ein Ausverkauf.
00:08:37: Allerdings würde ich sagen jetzt in Bezug auf fossile Energien, wenn wir genau schauen, vor allem durch Fortschritte in der Batterietechnik.
00:08:45: Und auch in der Solartechnik, die Preise sind, um neunzig Prozent gefallen seit Ende der neunziger Jahren bei Batterien um achtzig Prozent seit zweitausendelf.
00:08:56: Das ist gewaltig und das geht weiter.
00:08:58: Insofern werden sich erneuerbare Energien durchsetzen.
00:09:01: Auch zum Beispiel Kernenergie ist einfach erstens unendlich teuer und zeigt sich alle Anlagen, die im Bauen sind.
00:09:08: Und wir können sie oft nicht mehr sichern wegen dem Klimawandel, weil im Sommer dann das Wasser zur Kühlung weg bleibt.
00:09:14: Also insofern einfach aus der wirtschaftlichen Dynamik her wird sich eine postfossile Gesellschaft durchsetzen.
00:09:21: Das glaube ich dafür gibt es viele Indizien, aber natürlich zu langsam.
00:09:25: Für hunderte von Millionen Menschen wird das zu spät kommen.
00:09:28: Ich glaube, wir sind in der Phase, wo wir im Augenblick schon ja teilweise Unbewohnbarkeit dieser Erde ins Auge fassen müssen.
00:09:37: Dann auch mit weiteren Klimaflüchtlingen.
00:09:39: Ja.
00:09:40: Das ist schwer abzuschätzen, dieser Begriff ist in der Wissenschaft umstritten und zwar deshalb, weil quasi es nicht monokausal zu denken ist.
00:09:48: Das heißt, Menschen fliehen aus vielen Gründen, auch Lost States, also politischen Gründen, Konflikte.
00:09:54: Das mischt sich, insofern kann man es nicht kausal eindeutig zuordnen.
00:09:57: Und die Ganzarmen können auch nicht interkontinental fliehen.
00:10:00: Also quasi sie brauchen ja gewisse Mittel, um interkontinental fliehen zu können.
00:10:05: Aber es ist völlig klar, dass für ein erheblichen Teil der Menschheit die Heimat nicht mehr bewohnbar sein wird, wo wir am kontroversesten diskutieren, ist, wenn wir einen weiteren Anstieg des Meeresspiegels haben durch ledger Schmelze.
00:10:20: Und das könnte eben sein, Grönland, wenn es ganz schmelzen würde, wenn es sieben Meter bedeuten, dann werden viele Mega-Städte überflutet.
00:10:27: Das können wir schwer abschätzen, aber wir können es auch nicht ausschließen.
00:10:30: Wir merken im Augenblick, dass vieles schneller geht als die Worst-Szenarien vom IPCC, also beim Weltklimarat.
00:10:37: Insofern, die Situation ist durchaus dramatisch, aber die Welt hat im Augenblick andere Probleme.
00:10:42: Wir schauen nicht hin, wir lassen es auf uns zukommen.
00:10:45: Sie haben eingangs schon erwähnt, dass für Sie als Wissenschaftler die Enzykliker natürlich sozusagen sehr inspirierend war und ist.
00:10:53: Sie sprechen von einer Franziskusformel.
00:10:56: Was meinen Sie damit?
00:10:57: Ja, also das ist ein Begriff von Ernie Gillen, der den so zusammengefasst hat.
00:11:01: Und das ist schon ganz interessant, Franziskus, der wollte ja zuerst über Guardini promovieren.
00:11:06: In Deutschland, aber da hat er Konflikte innerhalb des Ordens gehabt, der fühlte sich auch ein bisschen abgeschoben, hat diese Promotion nicht zu Ende geführt.
00:11:15: Trotzdem sagte er, Guardini ist der wichtigste Inspirator für ihn und er hat die Essenz, seines Denkens in vier Prioritäten zusammengefasst.
00:11:26: Das Ganze ist wichtiger als der Teil, die Zeit ist wichtiger als der Raum, die Wirklichkeit ist wichtiger als die Idee und die Einheit ist wichtiger als der Teil.
00:11:38: Diese vier Prioritäten kommen in nahezu allen Schriften und ganz vielen Reden von Franz-Riskus vor.
00:11:44: Das ist die Matrix seines Denkens, die Orientierung.
00:11:47: Und das prägt auch den Argumentationsgang der Enzykliker.
00:11:52: Also die Einheit ist wichtiger als der Konflikt, Dialog.
00:11:58: Die Überschrift im hinteren Teil, im praktischen Umsetzen, fast jede Überschrift, hat einen Fratellitut, die auch noch fortgesetzt.
00:12:04: Es geht um Dialog, es geht um Konflikte, die man nicht auflösen kann, weil Gordini ist es quasi von seiner Philosophie des Lebendigen, das immer in Polaritäten.
00:12:16: sich äußert und nie quasi zur Ruhe zu bringen.
00:12:18: Das ist quasi die Auflösung der Polaritäten, der Konflikte wäre tot sein.
00:12:23: Und das ist ja bei Franziskus auch im solodalen Weg.
00:12:27: Er kann die Konflikte nicht auflösen.
00:12:28: Er versucht, ein Prozess zu gestalten, wie wir den umgehen.
00:12:31: Ökologisch als Dialog, zum ersten Mal auch eben mit Orthodoxen.
00:12:35: Islamischer Geistlicher wird zitiert, ein Dialog mit den Wissenschaften, das prägt das.
00:12:41: Dann das Wichtig ist der Prozess.
00:12:45: Wichtiger als die Ordnung des Raumes, also er will Prozesse anstoßen, einen Rahmen dafür schaffen.
00:12:51: Er hat kauft keine Lösung, sondern erst mal eine hasche Kritik um.
00:12:56: aufzuwecken.
00:12:56: Es ist eine prophetische Rede.
00:12:58: Er rüttelt auf.
00:12:59: Es ist ein Unterschied zum Sprachduktus früher in Zykliken, die eher so quasi von hohem Blick herunter allgemein formulieren, was immer richtig ist, aber vielleicht nicht so aufrüttelt, weil es so allgemein ist, dass man nicht versteht, was konkret konkret kritisiert ist.
00:13:14: Also dieses aufrüttelnde Prozesse anstoßen.
00:13:17: Das ist, was Franziskus sehr gut konnte, nicht unbedingt das institutionell zu Ende zu führen.
00:13:22: Insofern denke ich, passt Leo jetzt gut.
00:13:25: Fortsetzung, gerade durch seine Unterschiedlichkeit zu Franziskus, was aber nicht bedeutet, dass er dessen Erbe nicht fortführt.
00:13:32: Und so kann man das fortführen mit allen vier Formeln.
00:13:35: Das ist durchaus eine ganz wichtige Idee, beispielsweise jetzt das letzte, die Realität.
00:13:41: Die Widersprüchlichkeit ist wichtiger als eine abstrakte Idee.
00:13:45: Viele sagen, der Franziskus ist ja kein systematischer Denker.
00:13:49: Er hat durchaus Hintergrund, der starken Hintergrund, auch ökologisch von Gera.
00:13:54: Das war über Krause in deutschen Philosoph, Schellingschüder, von eighteenhundert geprägt über Spanien, Argentinien, die Wirkungslinien in Öko-Philosophie.
00:14:03: Der hat vor zweihundert Jahren schon Öko-Rechte formuliert, eine Kritik der deutschen Subjektivismus, Idealismus.
00:14:11: abgehobene Ideen, die gegenüber verteidigt er, die Realität mit ihren Widersprüchen.
00:14:17: tatsächlich wahrzunehmen.
00:14:18: und auch ökologische Rechte, ein entnüchternden Realismus.
00:14:22: Auch trotz der positiven Stimmung von Franziskus ist es nicht einfach naiv und idealistisch, sondern erbenennt Konflikte.
00:14:30: Bei Franziskus ist es der Tod bei ihm, es ist der Klimawandel, das unendliche Leid.
00:14:34: Und trotzdem verbindet er damit eine Hoffnungsperspektive, also die Freude an all dem, was an Schönheit erschöpft und jetzt schon erfahrbar ist und an Gegenwart Gottes darin.
00:14:44: Und das ist schon durchaus ein christliches realismus, der aber nicht im negativen Sinne quasi resigniert vor den Konflikten, die nicht überwindbar ist, sondern an der mitten in den Konflikten die Gegenwart Gottes und die Freude daran entdeckt und auch das, was man jetzt schon tun kann.
00:15:00: Aber insofern diese vier Formen prägen das Wirklichkeitsverständnis, das Argumentationsmuster, die Öko-Philosophie, das Leitprinzip der Enzykliker ist ganzheitliche Ökologie, das heißt das Systemische Denken.
00:15:13: Das hat er sehr entfaltet, eben als Naturwissenschaftler auch, aber quasi auch theologisch, die Dinge zusammenzudenken.
00:15:20: Beziehungen sind wichtiger als isolierte Entitäten.
00:15:23: Also von daher ganzheitlich denken in Wechselwirkungen.
00:15:26: Insofern ist die Enzykliker auch ein wesentlicher Beitrag zum Verständnis von Nachhaltigkeit, was irgendwie schon rezipiert wird.
00:15:33: Aber es kommt nie als substantiv vor, nur neunzehnmal als adjektiv.
00:15:37: Das ist ganz interessant, aber viele sagen, sie ist die Einführung des Nachhaltigkeitsprinzip in die katholische Soziallehre.
00:15:43: Und zugleich eine eigenständige Interpretation als Integrationsformel ganzheitlicher Ökologie.
00:15:49: Das ist auch früh, vorher war es eine ganzheitliche Entwicklung in Populom Progessio, siebenundsechzig.
00:15:54: Das hat auch von der katholischen Soziallehre das Konzept der Uno für Nachhaltigkeit historisch nachweislich geprägt.
00:16:01: Aber ist die Kirche denn selbst nachhaltig genug als Institution, um da auch glaubwürdig diese Dinge, die sie gerade geschildert haben, benennen zu dürfen?
00:16:11: Ich denke, Max Weber sagt, der Wegweiser geht auch nicht den Weg, den er zeigt.
00:16:16: Also wenn wir die perfekte Umsetzung all dessen, was wir einfordern, als Voraussetzung überhaupt sprechen zu dürfen, setzen würden, dann müssten so ziemlich alle schweigen.
00:16:28: Also insofern, die Kirche soll sich äußern, sie hat die Pflicht, das Evangelium zu verkünden, auch wenn sie selbst in vieler hin sich daran schreitert.
00:16:35: Aber natürlich ist klar, das größte Problem, das gilt nicht nur für die Ökologie, für all viele Bereiche, das wir haben, ist die Glaubwürdigkeit der Kirche.
00:16:44: Das ist in moderner Kommunikationsstruktur eine große Voraussetzung, umgehört zu werden.
00:16:50: Die Glaubwürdigkeit, das ist das wichtigste Kapital der Kirche.
00:16:53: Aber ich glaube, er bin überzeugt.
00:16:56: Da wird das Potenzial der Kirche und auch die Praxis der Kirche unterschätzt.
00:17:00: Was die Hilfswerke tun, seit Jahrzehnten, ist gewaltig.
00:17:04: Auch Piserio, viele andere.
00:17:06: Advénia, Missio, das ist auch durchaus auch die Orden oft schon ökologisch informiert.
00:17:13: Ich war lange in Benedikt-Beuern, dann Bosco-Arbeit, Jugendarbeit, Amutikungen, wird für vielen Projekten auch handwerkliche Fortbildung ökologischem Bereich verbunden.
00:17:22: Also da ist schon viel auch in Deutschland seit den siebziger Jahren.
00:17:26: Ich bin auch so groß geworden über Katholikentage, Jugendarbeit, BDKJ, da waren immer ökologische Themen da, Kolpin, sehr viel in der Praxis, aber unglaublich viele Leute, das der Kirche ausgewandert, weil institutionell zu wenig geschieht.
00:17:40: Das wurde eben doch oft immer quasi als in Fragestellung der Hierarchie der Tradition wahrgenommen, die quasi die Grünen waren zu links, zu aufmüpfig und viele sind frustriert, das der Kirche ausgewandert.
00:17:53: Klar, wir haben lange im Grunde auch in der Nacht dieser Enzyklika.
00:17:57: Es ist ein himmelschreiender Widerspruch, so viele Imperative in die Welt zu setzen.
00:18:03: Noch keine Enzyklika in der über hundertdreißig jährigen Geschichte der katholischen Soziallehre wurde weltweit so intensiv rezipiert, zustimmend, auch vernicht Christen.
00:18:13: Und dann gleichzeitig es zu unterlassen, irgendwelche wirklich fundamentalen institutionellen Konsequenzen zu ziehen.
00:18:19: Wenn wir es vergleichen im sozialen Bereich, im sozialen Bereich, allein Karitas und Diakonie über eine Million Mitarbeiter.
00:18:27: Während hauptamtliche in der Ökologie, in der Kirche, das sind paar Hände voll.
00:18:31: Also quasi, es ist institutionell ein ungedeckter Schick.
00:18:36: Aber und auch das haben Sie gesagt, es gibt die Ansätze in kirchlichen Institutionen und Verbänden.
00:18:43: Eine noch recht junge Initiative bei uns in der Region ist das Projekt Wertschöpfung Recreate des Kreisbildungswerks Barthölz-Wolfrathshausen, das Ende November, im Kloster Beuerberg an den Start gegangen ist.
00:18:58: Tobias Huhn vom Kreisbildungswerk ist bei uns im Studio.
00:19:02: Herr Huhn, welche Rolle hat laut Datussiden bei der Projektentwicklung gespielt?
00:19:07: Ja,
00:19:08: die Entzüglichkeit der Datussiden.
00:19:11: bietet natürlich für uns in der Erwachsenenbildung und gerade für das Projekt Wertschöpfung Recreate eine inspirierende Grundhaltung und eine Botschaft und auch ein Auftrag für uns.
00:19:22: Also die Erde nicht bloß als Umwelt zu sehen, sondern die Erde als Mitwelt.
00:19:27: Der Mensch ist verwoben mit der Umwelt und alles hängt mit allem zusammen.
00:19:32: Und da wollen wir in Recreate das nicht als theoretisches Konzept behandeln und erfassen, sondern das Ganze in die Praxis umzusetzen mit unterschiedlichen Bildungsformaten, die Naturerfahrungen umfassen, die Reisen an unterschiedlichen Orten erfassen und so die Auseinandersetzung.
00:19:56: Wie kann ein gutes Leben für mich in Gemeinschaft und Schöpfung und natürlich mit Gott gelingen?
00:20:05: Es geht also... um die Gemeinschaft, aber auch um den Einzelnen.
00:20:09: Es gibt schon eine schöne Broschüre mittlerweile, die das Programm des Projekts vorstellt.
00:20:15: Vielleicht bleiben wir erst mal beim Einzelnen Menschen beim Individuum.
00:20:20: Ein Motto ist mit dir selbst.
00:20:22: Da gibt es zum Beispiel Biografiearbeit oder die Verbindung Resilienz und Spiritualität.
00:20:29: Wird es thematisiert, um unsere Seelenkräfte, unsere Seele zu stärken, vielleicht können Sie da kurz was darüber erzählen, so für den einzelnen erst mal was sie davor haben.
00:20:41: Ich denke um nachhaltige Praktiken auch für sich selber zu entwickeln oder zu entdecken, das beginnt immer erst in der Auseinandersetzung mit sich selbst oder im persönlichen erleben.
00:20:56: Und auch wir möchten mit den Angeboten mehr so auf die eigene Wertehaltung zu sprechen kommen.
00:21:05: Und es ist wichtig, durch solche Angebote sich auch mit der eigenen Biografie auseinanderzusetzen.
00:21:14: Neugierig zu machen, auf Erfahrungen, die ich vielleicht selber noch nicht gemacht habe.
00:21:20: Das sagt uns ja auch Papst Franziskus.
00:21:23: So dieses Gefühl, sich selbst auch als Schöpfung wahrzunehmen, das Anhalten zum Innenhalten, das haben wir verlernt.
00:21:30: Und durch unser Angebotsprogramm, durch unsere Initiative möchten wir dafür spürbare Räume öffnen und ermöglichen.
00:21:40: wo diese Auseinandersetzung mit sich selbst stattfinden kann.
00:21:45: Ein großes Thema beim Projekt ist natürlich die Spiritualität.
00:21:49: und wo könnte es einen besseren Ausgangspunkt, fast schon gesagt, also im Oberland zum Beispiel geben wie das Kloster Beuerberg, vielleicht stellen wir kurz den Ort einfach auch noch mal vor, denn das war ja über viele Jahrhunderte ein spirituelles Zentrum, der Nonnen, die dort gelebt haben und Das soll ja jetzt auch aufgegriffen werden und auch weitergelebt werden.
00:22:12: Wie haben Sie sich das vorgestellt?
00:22:14: Ja, unser Angebot, Wertschöpfung, Ryki-Aid beinhaltet auch die Verbindung zu unterschiedlichen Klöstern.
00:22:22: Also wir haben das Pilgarn auf den Klosterwegen in der Region zwischen den Klöstern bei uns im Blankreisparteels war verzausend und es gibt auch Reisen zu anderen.
00:22:35: Klöstern, also Klosterhegne, Klosterreute.
00:22:39: Und es sind natürlich Orte, wo über Jahrhunderte lang Spiritualität und das Leben in Einklang mit der Schöpfung eine wesentliche Rolle spielt.
00:22:50: Und
00:22:51: das ist
00:22:52: auch ein wesentliches Anliegen von Franziskus in Laura Tussier, dass man Gott im Gegenüber, aber auch ... in der Schöpfung, also das ist das, das alles hängt mit allen zusammen, also der Menschesteil der Schöpfung, aber auch die ganze Umwelt, dort die Begegnung auch mit Gott zu ermöglichen.
00:23:15: Ein wichtiger Punkt in Bereich Spiritualität ist auch das Thema Hoffnung, sich zu überlegen, was ist vielleicht sinnstiftend für mich und wie kann ich Hoffnung entwickeln oder beibehalten angesichts von Zukunftsängsten und Resignationen, die ja gerade auch mit diesem Thema Nachhaltigkeitsgedanken und auch Solidarität, die ja Franziskus eng zusammenhängen sieht, zu ermöglichen.
00:23:44: Wir versuchen auch in unseren Angeboten so die Spiritualität mit in den Lebensstil einzuüben, zu erproben, zu übertragen.
00:23:56: Und wenn das dann im persönlichen Gebet oder in einer Fürbitte passiert und da einen Bezug auch zur eigenen Lebensrealität und Lebenswelt zu schaffen, dann ist, denke ich, was, was wir mit unserem Programm, wo wir einen Beitrag dazu leisten können.
00:24:14: Pergen ist ja in den letzten Jahren immer ein großes Thema gewesen und bleibt es auch.
00:24:20: Und wenn ich auf ihr Projekt schaue, dann denke ich, Muss es nicht immer nach Santiago de Compostela auf dem Jakobsweg gehen?
00:24:27: Sie machen nämlich auch in Punto Pilgern etwas auf.
00:24:29: Was dürfen wir uns da freuen?
00:24:31: Ja, wir haben unterschiedliche Angebote zum Pilgern.
00:24:34: Also am einunddreißigsten Januar zum Beispiel findet die Tugendwanderung statt, wo wir uns mit den Kardinalstugenden den christlichen Werten auf dem Weg machen und hier in der Region rund um Kloster Beuerberg auf dem Weg machen.
00:24:51: Wir haben auch mehrtägige Angebote dabei, zum Beispiel die Klosterwege, wo wir über Bad Tölz, die Tramszell, Reutberg, Beuerberg, Benedikt Beuern und Kloster Schledorf uns wirklich auch fünf Tage auf dem Weg machen in der Natur mit den eigenen Füßen und gerade beim Pilgern, das verbindet die wirklich praktische Naturerfahrung dieses Beobachten, Wahrnehmen, achtsam sich durch die Natur bewegen und zusätzlich auch diese Spiritualität, die beim Pilgern entstehen kann, also diese Momente der Stille, diese Schöpfung wahrnehmen, Gott in der Schöpfung begegnen, das spielt natürlich beim Pilgern eine wesentliche Rolle.
00:25:40: Wer jetzt Lust bekommen hat und Interesse bekommen hat, mal mitzumachen beim Projekt Wertschöpfung Recreate, den eine Veranstaltung interessiert, der mitgehen möchte zum Pilgern, zum Wandern oder auch sich eine andere Initiative anschließen möchte.
00:25:55: Wo bekommt er noch weitere Informationen?
00:25:57: Ich vermute in der Regel wird man sich anmelden müssen, oder?
00:26:00: Genau, die Veranstaltungen sind bei uns auf der Website zu finden und da kbw-tels.de.
00:26:10: Da haben wir einen eigenen Projektreiter mit unserem Programm Wertschöpfung, wo auch die Projekte, die jetzt noch entstehen, wo das aktuelle Angebot, das wir jetzt für Frühjahr im Jahr ist, schon geplant haben, zu finden ist.
00:26:25: Und die Anmeldung findet dann über unsere Website statt oder auch gibt natürlich gerne Auskunft auch über E-Mail oder die Telefonnummer des Grasbildungslecks.
00:26:37: Herr Prof.
00:26:38: Vogt nicht nur das Kreisbildungswerk Bad Tölz-Wolfratshausen, auch sie selbst waren ja an der LMU fleißig und sind dort Mitbegründer eines wissenschaftlichen Netzwerks, das den von Franziskus geforderten Dialog führen soll.
00:26:52: Also auch hier kein Stillstand, sondern es geht ja durchaus weiter im Sinne von laudato si.
00:26:58: Klar, da gibt es viel, auch durchaus von der Theologie her.
00:27:02: Also es ist auch wenig bekannt, dass beispielsweise in Oxford Mitte der siebziger Jahre schon für Tierrechte ein Zentrum gegründet worden ist.
00:27:11: Und eben wir haben das Zentrum für Nachhaltigkeit an der LMU, das Rachel Carson Center, wo ich seit Jahrzehntausend neun mitgewirkt habe und jetzt eben seit zwei Jahren dieses Nachhaltigkeitszentrum an unserer Fakultät.
00:27:22: Es gibt was Ähnliches in Münster, eben Notre Dame in Universitäten.
00:27:27: gibt es Laudatozi Movement, auch was weltweit tätig ist mit über neunhundert kärchlichen Institutionen.
00:27:35: Das ist stark, aber es ist natürlich interdisziplinär.
00:27:39: und in der Wissenschaft muss man sagen, lang war die Theologie durchaus sehr wichtig für eine Art ethische, spirituelle, man könnte auch sagen philosophische, tiefen Dimension des Diskurses.
00:27:53: Aber wir wissen sehr aufpassen, dass wir im Grunde nicht die Kompetenz verlieren.
00:27:57: weil zu wenig Wissenschaft investiert wird, während andere zahlreiche Professuren gründen, ganze Zentren gründen, da ein Hauptakzent setzen, ganze Universitäten, die sich zum Programm machen.
00:28:09: Und quasi da ist die Theologie doch irgendwie überwiegend mit sich selbst beschäftigt und investiert nicht genügend, obwohl es offensichtlich ist, welche Chance das wäre, weil wir an Zeit haben der Resignation.
00:28:24: Nichts ist dringender gebraucht als Ermutigung, Hoffnung.
00:28:27: Und wozu ist der Glaube da, wenn nicht dazu Hoffnung zu geben und das konkret zu bewähren durch Verantwortung in kritischen Situationen und auch irgendwie dieses integrale Denken, Zusammendenken, also Polarisierungen überwinden.
00:28:40: Was braucht unsere Gesellschaft mehr?
00:28:42: Und quasi die Schöpfungstheologie als eine tiefen Dimension eben die Natur nicht nur als Warenlager zu begreifen.
00:28:49: Ich glaube auch, das Naturrecht könnte man in diesem Kontext ganz neu auch in die Diskussion bringen.
00:28:55: Also wir hätten Potenziale.
00:28:56: Die Kirche ist ein Schlafen der Riese, aber die Potenziale schlafen und werden nur unzureichend geweckt.
00:29:03: Also damit meinen Sie auch diesen Mentalitätswandeln zu fördern, den Sie ja auch immer wieder ansprechen, unsere Einstellung zur Natur überdenken, zum Beispiel.
00:29:14: Ja, also ich glaube, es ist offensichtlich.
00:29:16: Wir haben genügend technische Möglichkeiten, seit langem.
00:29:19: Wir haben theoretisch auch mal zumindest gehabt, ich bin ja im Jahr zwei Jahrzehnte, die politischen Beschlüsse und Rahmenbedingungen.
00:29:26: Wir wissen auch aus der sozialwissenschaftlichen Forschung, was wir tun müssten, um es in Gang zu setzen.
00:29:31: Aber es fehlt am Willen.
00:29:34: Es fehlt an der Bereitschaft, vielleicht auch mal zu verzichten, aber auch Lebensqualität, Freiheit anders zu definieren, also die Natur als Teil unserer Identität.
00:29:44: Also hat Glücksvorstellungen und ich denke eigentlich kann es jeder erfahren, Glück hat was zu tun mit Resonanzerfahrungen auch in der Natur, im Sozialen, im Kulturellen zusammen.
00:29:53: Und ich denke, dieser kulturelle Wandel, dazu wäre eigentlich Religion da.
00:29:58: Das wäre eine Chance, wo Religion neu zeigen kann, dass unsere Botschaft der Hoffnung, der Gerechtigkeit, der Verantwortung, der Solidarität, der Naturverbundenheit, der Schöpfungstheologie, dass Menschen einerseits in dieser Spannung quasi als Ebenbild Gottes und die besondere Würde nicht aufgeben, aber zugleich auch sagen, biblisch der Mensch ist Adam, also vom Acker gemacht Staub, Erdling, wie die Zyklika formuliert, also eine Demut.
00:30:25: Und nichts brauchen wir mehr in unserer Kultur.
00:30:28: Hybris als diese Art von Demut, die aber nicht die Idee der Würde des Menschen, die unzerstörbar ist und die auch nicht ökologisch eingebnet werden soll, aufgibt.
00:30:36: Also wir hätten ein Kompass für Orientierung, wir hätten eine jahrhundertealte Praxis, wir hätten quasi das, was so gebraucht wird.
00:30:45: ökologische Umkehr nicht aus irgendwie Zerknirschung und Frustration zu machen, sondern aus einer Vorstellung von einer tieferen Dimension von dem, was Lebensqualität ausmacht und gemeinsames Handeln.
00:30:58: Da hätte die Kirche viel beizutragen und könnte ihre Botschaft noch mal aktualisieren.
00:31:03: Aus meiner Sicht ist die ökologische Krise religionsproduktiv.
00:31:07: Sie ist ein neuer Rahmen.
00:31:08: zu fragen, was unser Glaube heute bedeutet, wo Gott ist, wo er vielleicht abwesend ist im Schreiderschöpfung und damit quasi den christlichen Glauben auch über den binnenkirchlich noch ran hinaus in neuer Weise zur Diskussion zu stellen und gerade bei jungen Menschen, die oft suchende sind.
00:31:26: Und ich meine, Glaube ereignet sich eher im Suchen als im Wissen.
00:31:31: Also das wäre ein Feld, wo die Relevanz, die Lebendigkeit des Glaubens auch die gesellschaftliche Kommunikationsfähigkeit kommuniziert werden können.
00:31:40: Und ich finde es sehr, sehr traurig, dass da so wenig investiert wird.
00:31:44: Also die Hoffnung, die wir eigentlich geben könnten als Christen, die ist jetzt etwas geschwunden, das haben wir eingangs schon festgestellt, wegen autoritären Regierungschefs, die den Klimawandel leugnen, wegen... Krieg in Europa, in der Ukraine.
00:31:57: Wir haben auch gesagt, dadurch haben sich die Prozesse zumindest jetzt bei uns in Westeuropa verlangsamt.
00:32:04: Herr Professor Fugt, das macht Ihnen dennoch Hoffnung, dass laut Datussi doch noch Früchte tragen wird.
00:32:09: In welcher Form können sich das vorstellen in den kommenden Jahren auch unter diesen schwierigeren Voraussetzungen, die wir zur Zeit haben?
00:32:17: Ich denke gerade deshalb, weil die ökologische Umkehr, die Transformation so verzögert ist, ist die Erzüglichkeit erst recht relevant.
00:32:27: Weil dann ist genau diese tiefere Ebene, was motiviert uns, was befähigt, ins Durchzuhalten, nicht resigniert zu sein, quasi wirklich mit aller Kraft zu versuchen, einen Neuanfang zu haben.
00:32:39: Also gerade diese spirituelle Dimension ist in der Zeit der Resignation des Rückschlags unglaublich wichtig.
00:32:45: dass nicht unsere Gesellschaft polarisiert ist.
00:32:47: Und ich denke, die Enzyklika hat richtig auch theologische, philosophische, gesellschaftswissenschaftliche Substanz.
00:32:54: Sie ist nicht fehlerlos.
00:32:56: Sie muss weitergedacht werden.
00:32:57: Und das ist für mich vielleicht auch wichtig.
00:32:59: Ich glaube nicht, dass die Enzyklika und die Rezeption der Enzyklika Zukunft hat, allein indem wir nur quasi daraus zitieren und meinen, da ist schon alles gesagt.
00:33:08: Wir müssen sie kritisch weiterdenken in der heutigen Situation.
00:33:12: Und so verstehe ich auch Sozialethik.
00:33:14: Wir nehmen quasi päpstliche Äußerungen, diskutieren sie interdisziplinär weiter und wir lernen auch von nicht glaubenden und aus der Praxis.
00:33:23: Und die Entzücklicher ist, das erfahre ich immer wieder von unglaublich vielen Menschen, die sonst eigentlich der Kirche entfremdet sind.
00:33:31: Sie ist eine festlende Botschaft, die auch Leute heute zu packen vermag.
00:33:36: Also auch ein Türöffner für die Kirche in unserer Sekularen Gesellschaft, Herr Prof.
00:33:40: Vogt, herzlichen Dank, dass Sie heute Zeit für uns hatten und uns noch einmal die Bedeutung der Enzykliker Lauda Tussif und Papst Franziskus erklärt haben, zehn Jahre nach Ihrem Erscheinen, herzlichen Dank.
00:33:52: Auch ich danke für das Interview.
00:33:54: Und auch an Sie, Herr Hun, ein herzliches Dankeschön, dass Sie uns das Projekt Wertschöpfung Recreate des Kreisbildungswerks Bad Tölz-Wulfratshausen vorgestellt haben.
00:34:03: Und das war's von uns im Podcast unschlagbar für heute.
00:34:06: Am Mikrofon verabschiedet sich Paul
00:34:18: Hasel.
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